Überlegener Comebacksieg für Goggia in Lake Louise

Sofia Goggia hat die erste Saisonabfahrt der Alpinski-Frauen überlegen gewonnen. Die Olympiasiegerin aus Italien siegte am Freitag in Lake Louise bei ihrem Weltcup-Comebackrennen in ihrer Spezialdisziplin gewaltige 1,47 Sekunden vor der US-Amerikanerin Breezy Johnson sowie 1,54 vor Mirjam Puchner, die als Dritte für das erste Saisonpodest der ÖSV-Frauen sorgte. Ramona Siebenhofer (+1,96) verpasste als Vierte das Podium knapp.

Die erste von neun geplanten Saisonabfahrten der Frauen fand nach zwei wechselhaften Tagen samt Regen bei perfektem Wetter statt. Und nach nur einem Training, weil weitere zwei geplante Einheiten dem Wetter zum Opfer gefallen waren. Die für die Herren eine Woche zuvor aufgeschobenen Gelände-Wellen waren wieder weggefräst worden.

Die Siegerin stand schon nach Läuferin Nummer fünf fest. Goggia ließ nach Trainings-Bestzeit auch bei ihrer Comeback-Abfahrt nichts anbrennen und kam mit so riesigem Vorsprung ins Ziel, dass keine Konkurrentin danach auch nur annähernd herankam. Goggias erster Abfahrtssieg in Lake Louise war ihr bereits zwölfter insgesamt und der neunte in der Abfahrt. Bei ihren sechs jüngsten Abfahrten ist die 29-Jährige nun jedes Mal auf das Podest gekommen.

Die Italienerin war vergangenen Jänner vor ihrer Heim-WM in Cortina d’Ampezzo durch die Fraktur eines Schienbeinkopfes aus dem Bewerb genommen worden. Sie hatte davor aber in der Abfahrt so dominiert, dass ihr die Kristallkugel für den Disziplinen-Sieg nicht mehr zu nehmen war. Erst beim Saisonstart im Oktober in Sölden war Goggia im Riesentorlauf auf die Rennpiste zurückgehrt. „Ich bin total happy. Nie hätte ich gedacht, dass ich in Lake Louise mit so einem Vorsprung gewinnen kann“, freute sich Goggia im ORF-Fernsehen.

Die Bedingungen am ersten Renntag in den kanadischen Rocky Mountains waren bei 16 Grad Minus so gut, dass Goggias Siegerzeit um fünf Sekunden schneller war als ihre – allerdings mit Torfehlern erzielte – Bestzeit am Mittwoch. Gut war das auch für das Comeback von Nicole Schmidhofer, die im Banff National Park erstmals nach langer Verletzungspause wieder an einem Rennstart stand.

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Schmidhofer hatte vor zwei Jahren in Lake Louise für den bis dato letzten Abfahrtssieg der ÖSV-Frauen gesorgt, sich dann aber vergangene Saison schwerst verletzt. „Welcome back“ rief Goggia der sichtlich erleichterten Steirerin im Ziel zu. „Es war cool zu fahren. Viel mehr habe ich zur Zeit nicht drauf“, sagte Schmidhofer angesichts 4,62 Sekunden Rückstand und Platz 35. „Es war trotzdem ein guter Schritt nach vorne.“

Hinter Puchner (3.) und Siebenhofer (4.) legte auch Cornelia Hütter als starke Siebente ein gelungenes Abfahrts-Comeback hin. Die Steirerin hatte hier 2017 nach Verletzungs-Comeback sogar gewonnen. „Für mich waren die Top-15 schon ein Ziel“, freute sich die ebenfalls von mehreren Verletzungen gebremste Steirerin. „Mein Grundspeed passt. Nur der Rückstand ist sehr groß, da will ich weiter nach vorne.“ Die mit Knieproblemen kämpfende Tamara Tippler (11.) sorgte dafür, dass vier ÖSV-Frauen in die Top elf kamen, obwohl mit Nina Ortlieb eine Siegfahrerin verletzt fehlt.

„So ein Ergebnis im ersten Rennen ist auf jeden Fall viel wert“, freute sich Puchner. „Ich habe mich in der gesamten Vorbereitung gut gefühlt und gutes Selbstvertrauen bekommen“, erzählte die Salzburgerin. Zu Goggia meinte sie: „Ich muss mir anschauen, was die da runtergezaubert hat. Sie ist in einer eigenen Welt gefahren.“ Siebenhofer hinterfragte, warum sie Startnummer eins gewählt hatte: „Da bist doch ein bissl Testpilot.“ Zu Goggia meinte die Steirerin: „Die ist eine echte Denkaufgabe.“

Mikaela Shiffrin wurde auf der Strecke, auf der sie 2017 ihren ersten Abfahrtssieg errungen hat, mit hoher Startnummer 31 nur 26. Sie führt nach dem ersten Saison-Spedrennen natürlich weiter im Weltcup. Mit Petra Vlhova fehlt die erste Verfolgerin in Kanada überhaupt, die Slowakin konzentriert sich im Olympia-Winter auf die technischen Disziplinen.

Am Samstag (20.30 Uhr MEZ) findet in Kanada eine weitere Abfahrt für die Alpinski-Frauen statt. Am Sonntag (18:30 Uhr) folgt zum Abschluss ein Super-G.

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