Überraschendes Geständnis im Prozess um Home-Invasion

Mutmaßlicher Hintermann soll bei Organisation von Überfall auf 70-jährige Welserin in ihrem Haus beteiligt gewesen sein

WELS — Nach einer so genannten Home-Invasion in Wels, wegen der bereits drei Männer nicht rechtskräftig zu teils langen Haftstrafen verurteilt worden sind, ist am Donnerstag ein mutmaßlicher Hintermann vor Gericht gestanden. Der Angeklagte, der bisher geleugnet hatte, etwas damit zu tun zu haben, überraschte zu Prozessbeginn mit einem Geständnis.

In der Nacht auf den 25. Jänner 2017 war eine 70-jährige Welserin in ihren eigenen vier Wänden überfallen, mit einem Messer bedroht und mit Kabelbindern gefesselt worden. Dann wurde ihr ein hoher sechsstelliger Eurobetrag geraubt. Der Angeklagte soll bei der Organisation des Raubes geholfen haben, will aber davon ausgegangen sein, dass zum Tatzeitpunkt niemand zuhause sein würde.

Nach seiner Festnahme hatte er behauptet, mit der Sache nichts zu tun zu haben und die Täter nicht zu kennen. Die Telefon-Protokolle widerlegten das aber.

11.000 € Beute-Anteil

Der Angeklagte gab zu, dass er mit einem der Verurteilten schon länger bekannt sei und ihn dieser gefragt habe, ob er für die Tat Leute organisieren könne. Er sei aber davon ausgegangen, dass die Bewohnerin auf Urlaub sein werde. Allerdings hatten die Ausführenden Kabelbinder dabei und seien laut Opfer nach ihrem Eindringen in das Haus sofort auf die Frau zugegangen und hätten sie gefesselt.

Der nicht vorbestrafte Angeklagte gab zu, dass er die Täter zu dem Haus gefahren und wieder abgeholt habe. Dafür habe er 11.000 Euro von den 41.000 Euro Beute erhalten.

Der Prozess wurde auf den 22. Oktober vertagt, dann dürfe auch ein Urteil fallen.