Überschwemmungen nach Gewitter in der Steiermark und Kärnten

Erste Unwetter einer angekündigten Gewitterreihe sind am Dienstag im steirischen Joglland niedergegangen und haben teils massive Überschwemmungen verursacht. In Ratten trat die Feistritz über die Ufer und verwandelte die B72 in ein Flussbett. Bäche in St. Kathrein am Hauenstein und Fischbach führten ebenfalls Hochwasser. Heftige Gewitter hielten auch Feuerwehren in Kärnten auf Trab.

Die Feistritz zog den nach heftigen Regenfällen eine Spur der Verwüstung durch die Gemeinden und verwandelte Wiesen regelrecht in Seen. Der normalerweise beschauliche Fluss mit selten mehr als einem Meter Tiefe riss Brücken und einen Teil der Weizer Straße (B72) weg. Ein Tennisplatz war mit Schlamm bedeckt.

Laut Patrick Friedl vom Bezirksfeuerwehrverband Weiz wurden die ersten Wehren um 12.46 Uhr alarmiert, danach kamen nach und nach mehr Einsätze herein. Zwölf Wehren arbeiteten bis zum Abend 45 Einsätze ab. Doch ein Lokalaugenschein zeigte ein massives Schadensbild. Die Feistritz ist in St. Kathrein am Hauenstein, Ratten, im Fischbacher Ortsteil Falkenstein, in Strallegg sowie bis hinunter auch in Anger teils großflächig über die Ufer getreten.

Die Ursache war das Gewitter über den Fischbacher Alpen – eine Gewitterzelle, die sich nur langsam weiterbewegt hatte. Deshalb gingen innerhalb einer halben Stunde rund 55 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Ein derart starker Niederschlag innerhalb kurzer Zeit habe es laut den Bewohnern zuletzt in den 80er-Jahren gegeben. Die Bäche konnten die Wassermassen nicht fassen, traten über die Ufer und mündeten schließlich in die Feistritz, die binnen kurzer Zeit ebenfalls über die Ufer trat.

Urs Harnik-Lauris von der Energie Steiermark sagte, dass rund 2.500 Haushalte im Raum Fischbach, St. Kathrein am Hauenstein, Ratten und Rettenegg vorerst ohne Strom seien. Man habe alle rund 100 Monteure im Einsatz und danach weiterhin in Bereitschaft, denn es soll erst der Anfang einer Reihe von Unwettern sein, so der Sprecher des steirischen Energieversorgers.

Wie die Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) auf APA-Anfrage mitteilte, wurden im Bezirk St. Veit an der Glan 15 Einsätze verzeichnet, betroffen waren die Gemeinden Althofen, Micheldorf, Friesach und Metnitz. Für den Nachmittag und Abend wurden weitere Gewitter erwartet. Von dem Unwetter schwer getroffen wurde vor allem die Gemeinde Micheldorf. Laut Auskunft der örtlichen Feuerwehr verzeichnete man hier ab 10.30 Uhr mehrere Einsätze: Keller wurden überschwemmt und auch der Dorfbach trat an mehreren Stellen über die Ufer, es kam zu kleineren Erdrutschen. Eine Bahnunterführung wurde überflutet, die Aufräumarbeiten waren am Nachmittag noch im Gang.

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