UEFA weiter mit zwei Szenarien für Europacup-Fortsetzung

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat ihre Mitgliedsverbände noch einmal nachdrücklich dazu aufgerufen, die Europacup-Plätze für die kommende Saison auf sportlichem Weg zu vergeben. Die nationalen Ligen sollen nach Möglichkeit trotz der aktuellen Corona-Pause zu Ende gebracht werden. Allerdings erließ das UEFA-Exekutivkomitee am Donnerstag auch Umstände, unter denen dies nicht so sein muss.

Ein Europacup-Ausschluss, wie ihn UEFA-Präsident Aleksander Ceferin Anfang April noch Belgien angedroht hatte, steht damit nicht mehr im Raum. Neben Belgien und den Niederlanden, in denen Profifußball von der Regierung bis Anfang September verboten ist, steht auch die Liga-Saison in Schottland bereits unmittelbar vor dem Abbruch.

Österreichs Bundesliga hofft weiter auf eine Fortsetzung der wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochenen Saison mit “Geisterspielen” ohne Zuschauer. Eine Richtungsentscheidung dazu könnte am Freitag in einer weiteren Video-Clubkonferenz fallen. Zehn Runden in Meister- und Qualifikationsgruppe sowie das Europa-League-Play-off wären noch ausständig.

Die UEFA ermutigte am Donnerstag ihre Mitglieder dazu, “alle möglichen Optionen” für die Wiederaufnahme des Spielbetriebes zu prüfen. Im Notfall solle auch eine Änderung des Ligaformates in Betracht gezogen werden, um eine sportliche Entscheidung über die Europacup-Starter herbeizuführen.

In Österreich spielen laut aktuellem Modus der Meister und der Vizemeister in der Champions-League-Qualifikation. Der Ligadritte erhält einen Fixplatz in der Europa League, sofern nicht Zweitligist Austria Lustenau das ÖFB-Cup-Finale gegen Serienmeister Salzburg gewinnt oder Salzburg als Cupsieger auf einen noch schlechteren Endrang als Platz drei abrutscht. Zwei weitere Plätze in der Europa-League-Qualifikation werden über die Liga vergeben – einer davon geplanterweise über ein Play-off dreier Teams.

Sollte ein Saisonabbruch unvermeidbar sein, liege die Entscheidung über die Europacup-Teilnehmer laut UEFA zunächst bei den nationalen Verbänden. Die “sportlichen Erfolge” der Saison 2019/20 sollen ausschlaggebend bleiben. Zudem behielt sich der Dachverband vor, die Zulassung jedes genannten Clubs einer vorzeitig abgebrochenen Liga selbst zu überprüfen bzw. auch abzulehnen.

Gleichzeitig nannte die UEFA am Donnerstag die Gründe, unter denen sie einen vorzeitigen Abbruch als “rechtmäßig” betrachten würde. Das seien einerseits behördliche Verbote von Sportveranstaltungen, durch die die aktuelle Saison im betreffenden Land nicht mehr rechtzeitig vor Beginn der nächsten beendet werden könnte. Andererseits führte die UEFA auch “unüberwindbare wirtschaftliche Probleme, die das Beenden der Saison unmöglich machen, da dies die langfristige finanzielle Stabilität des nationalen Bewerbes und/oder von Clubs gefährde”, als legitimen Abbruchgrund an.

Die nationalen Ligen hätte weiterhin Vorrang gegenüber den unterbrochenen Europacup-Bewerben, betonte der Kontinentalverband. Für den Abschluss der Champions League und der Europa League verfolgt die UEFA weiter zwei Szenarien. Entweder sollen die Europacup-Partien parallel zu den wieder gestarteten nationalen Ligen gespielt werden – oder im Anschluss daran im August. Davon betroffen ist aus österreichischer Sicht nur noch der LASK, der im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Manchester United eine 0:5-Heimniederlage kassierte.

Zuletzt war über ein mögliches Champions-League-Finale am 29. August spekuliert worden. Das Endspiel der Europa League könnte dann am 27. August ausgetragen werden. Offiziell bestätigt wurden diese Termine am Donnerstag nach der Sitzung des Exekutivkomitees nicht. Die Austragungsorte mit Istanbul für die Königsklasse und Danzig für die Europa League stehen bisher nicht infrage.

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