Ukrainisches Militär erobert Ortschaft im Süden zurück

Ukrainische Truppen melden Erfolg (Archivbild) © APA/AFP/ANATOLII STEPANOV

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben die kleine Ortschaft Andrijiwka im Gebiet Cherson im Süden des Landes vollständig erobert. „Andrijiwka ist befreit und endgültig von den russischen Okkupationstruppen gesäubert“, sagte der Sprecher der Kommandozentrale „Süd“ der ukrainischen Truppen, Wladyslaw Nasarow, am Dienstagabend in einer Videobotschaft. Bei ihrer Gegenoffensive bombardierte die ukrainische Armee in Cherson auch eine strategisch wichtige Brücke.

Während im Osten des Landes weiterhin die moskautreuen Truppen die Initiative haben, ist Kiew im Süden inzwischen zu Gegenangriffen übergegangen. Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen. Vor einigen Tagen eroberten die ukrainischen Kräfte nach Angaben Nasarows ebenfalls die Nachbarortschaft Losowe zurück.

Der stellvertretende Leiter der von Russland eingesetzten Regionalverwaltung in Cherson, Kirill Stremussow, bestätigte den Angriff auf die Brücke. Die Attacke werde den Ausgang der Kämpfe in der Region aber „in keiner Weise“ beeinflussen, sagte er in einer Videobotschaft. Das ukrainische Militär veröffentlichte Mittwoch früh ein Video, das offenbar zeigt, wie Raketen auf die Brücke abgefeuert werden.

Die russische Armee hatte die Antoniwka-Brücke über den Fluss Dnipro als wichtige Nachschubroute nach Cherson genutzt. „Die Besatzer sollten lernen, wie man über den Fluss Dnipro schwimmt“, schrieb der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak auf Twitter. „Oder sie sollten Cherson verlassen, solange es noch möglich ist.“

Die Brücken sind strategisch wichtig, da der Dnipro viel Wasser führt und somit schwer zu überqueren ist. Vordringlichstes Ziel des ukrainischen Militärs ist es, die russischen Besatzungstruppen wieder auf die Linie hinter den Dnipro zurückzudrängen. Dazu versuchen sie unter anderem mit Hilfe der von den USA gelieferten Raketenwerfer Himars, die Nachschublinien auszuschalten.

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Bei einem russischen Angriff auf ein Hotel in Bachmut in der Region Donezk wurde nach Angaben örtlicher Behörden mindestens ein Mensch getötet. „Nach vorläufigen Informationen gibt es Tote und Verletzte, eine Rettungsaktion ist im Gange“, schreibt der Gouverneur der Region, Pawlo Kyrylenko, auf Facebook. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden ein Mensch getötet und vier verletzt.

Mittwoch früh wurden nach Angaben der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform sechs Menschen bei einem russischen Angriff auf die Stadt Charkiw verletzt. Beschuss wurde in der Nacht auch auf Nikopol und Krywyj Rih in der Region Dnipropetrowsk gemeldet. Bei einem Angriff russischer Truppen in Mykolajiw seien eine Industriezone und ein Betrieb beschossen worden, teilte Gouverneur Vitali Kim laut Ukrinform bei Telegram mit. Weitere Gebäude seien beschädigt worden.

Nach Angaben von russischer Seite über die Einnahme des ukrainischen Kohlekraftwerks Wuhlehirsk räumte auch Großbritannien indirekt einen Erfolg der moskautreuen Truppen ein. Söldner der sogenannten Wagner-Gruppe hätten vermutlich taktische Fortschritte rund um das Kraftwerk im ostukrainischen Gebiet Donbass und beim nahen Dorf Nowoluhanske gemacht, teilte das Verteidigungsministerium in London am Mittwoch mit. „Einige ukrainische Streitkräfte wurden vermutlich aus dem Gebiet abgezogen“, hieß es.

Zuvor hatten Medien der Donezker Separatisten die Eroberung gemeldet. Bilder sollten die Präsenz von Wagner-Söldnern vor dem Verwaltungsgebäude belegen. Von ukrainischer Seite gab es bisher keine Bestätigung. Der Generalstab erwähnte das Kraftwerk in seinem Lagebericht am Dienstagabend nicht mehr.

Die „Wagner-Gruppe“ ist nach offiziell unbestätigten Berichten mit der russischen Regierung um Präsident Wladimir Putin verstrickt. Sie soll auch schon in Syrien, der Zentralafrikanischen Republik und auch früher in der Ukraine gekämpft haben.

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