Umbruch im „Corona-Sommer“

Die oö. Regionalligisten krempelten ihre Kader großteils kräftig um

Trotz Umbruchs will WSC/Hertha (im Bild Lukas Mayer) wieder eine gute Rolle in der Regionalliga Mitte spielen.
Trotz Umbruchs will WSC/Hertha (im Bild Lukas Mayer) wieder eine gute Rolle in der Regionalliga Mitte spielen. © Dostal

Es ist (bei den meisten Vereinen) ein Sommer des Umbruchs. Mit Ablauf des Transferfensters gibt ihnen das VOLKSBLATT den Überblick, was sich bei den sechs oberösterreichischen Fußball-Regionalligisten im Kader getan hat, wie sich Corona auf das Budget auswirkt und wie die Ziele lauten.

WSC Hertha (3. zum Zeitpunkt des Abbruchs der Saison 2019/20):

„Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und den Kader massiv verjüngt“, so Sportchef Gerald Perzy ob der notwendigen „drastischen Budgetkürzung“.

Dennoch wollen die Welser wieder „eine gute Rolle spielen“ und Perzy stellte klar, dass die Aufstiegsambitionen maximal aufgeschoben, aber nicht aufgehoben sind. „Wenn wir vorne dabei sind, werden wir um die Lizenz ansuchen.“

Union Gurten (4.):

Bei der Überraschungsmannschafts des Vorjahres konnte der Stamm gehalten werden. Das war ganz wichtig“, freute sich der Sportliche Leiter Franz Reisegger. Dazu wurde der Kader mit jungen Spielern erweitert. Unter ihnen mit Julian Glasner. Der Sohn von Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner wechselte mit drei Kollegen aus der AKA Ried nach Gurten. Die Innviertler sehen sich sportlich gerüstet für die nächste gute Saison, Bauchweh machen nur die Corona-Bestimmungen. „Bei uns kann man nur auf zwei Seiten stehen, wir rechnen mit Fan-Einbußen.“

UVB Vöcklamarkt (7.):

Die geplante Kaderkorrektur in Vöcklamarkt fiel corona-bedingt deutlicher aus als geplant. Acht Spieler verließen den Verein — mit Alexander Fröschl, Mario Petter, Lukas Leitner, Thomas Löffler und Oliver Holzinger auch fünf absolute Leistungsträger. Dem stehen drei Verstärkungen gegenüber, dazu bekommt die Jugend ihre Chance. „Es geht darum, die Klasse zu halten“, gibt sich Sportchef Klaus Preiner keinen Illusionen hin.

Junge Wikinger Ried (13.):

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Die budgetären Auswirkungen durch Corona sind bei der zweiten Mannschaft der SV Ried eher überschaubar, die Krise trifft durch entgangene Zuschauereinnahmen vor allem die Profis. „Wir waren auf einem guten Weg, die Klasse zu halten und das ist ganz klar auch kommende Saison wieder das Ziel“, so Teammanager Tim Entenfellner. Darüber hinaus gehe es „wie in jeder Amateurmannschaft um die Weiterentwicklung der Spieler“.

ATSV Stadl-Paura (15.):

Auch am letzten Transfertag war die Situation noch undurchsichtig, weil vom letztjährigen Kader das Quartett aus Südkorea und Spieler aus dem Westbalkan derzeit wegen der Einreisebeschränkungen nicht ins Land dürfen. „Wir rechnen aber mit ihnen und werden dann ein gute Rolle spielen“, meinte Pressechef Rudi Knoll. Ziel ist ein ÖFB-Cup-Platz. Fix waren der Verbleib von Trainer Eduard Popa und des südkoreanischen Hauptsponsors „Goobne“ sowie drei Neuverpflichtungen.

FC Wels (16.):

„Wir müssen ein Sparprogramm fahren und haben die Aufwendungen für Spieler um 40 Prozent gekürzt“, erklärte Obmann Juan Bohensky. Das ergab einen kräftigen Umbruch im Kader (13 Zu- und Abgänge). Trotzdem lautet das Ziel der Welser, die zuletzt zweimal nur aufgrund besonderer Umstände nicht abgestiegen sind, „einstelliger Tabellenplatz“. Bohensky hofft, dass der Start planmäßig am 14. August erfolgt, denn fünf Personen des Klubs mussten wegen eines Verdachtsfall zum Corona-Test. Das Ergebnis wird am Donnerstag erwartet.

Regionalliga Mitte Transfers

Union Gurten, Zu:

Glasner, Murauer, Frauenhuber, Damberger (alle AKA Ried), Moser (Grieskirchen), Kolb (Vöcklamarkt Jrs.), Abraham (Seekirchen).

Ab:

Engel (ASK St. Valentin), Aigner (Schalchen), Schmierer (Senftenbach).

Junge Wikinger Ried, Zu:

Heinle (Trainer/Grieskirchen), Baumgartner (Grieskichen), Rossdorfer, Wiesinger, Akrap, Ceyland (AKA Ried), Wördl (Unterhaching), Mefmedoski (SAK Klagenfurt).

Ab:

Savic (Anif), Handlechner (Eugendorf), Huber, Socofka (Blau Weiß Linz), Stadlmann (WSC Hertha), Streif (Wallern), Schwaighofer (FC Pinzgau), Hebesberger (unbekannt).

ATSV Stadl-Paura, Zu:

Numanovic (Edelweiß), Duvnjak (FC Wels), Edin Hodzic (Donau).

Ab:

Kolakovic (Sattledt), Kuzelj (Donau).

UVB Vöcklamarkt, Zu:

Taferner, Eberl (beide Mondsee), Vojvoda (Blau Weiß Linz Amateure).

Ab:

Fröschl (WSC Hertha), Petter (Bad Ischl), Leitner, Holzinger (beide Mondsee), Löffler (Wörgl), Rensch (ATSV Rüstdorf), Würtinger (SV Gmunden), Faridonpur (FC Wels).

FC Wels, Zu:

Bauer (Oedt), J. Gruber (WSC Hertha), Ablinger, Mackic, Ziric (Blau Weiß Linz Amateure), Faridonpur (Vöcklamarkt), Jovanovic (Wr. Sportklub), Ilic (LASK), Awuni, Aumer, Brakanovic (FC Juniors), Kaguako (Irland, Jerkovic (Belgrad).

Ab:

Mavraj (Donau), T. Berischa (Gunskirchen), F. Nuhiu (Sattledt), A. Gruber, Fuchsberger (Buchkirchen), Hüttmayr (Peuerbach), Tomasic (St. Marienkirchen), Ivic (Thalheim), Rajic (Pichl), Dindic (ESV Wels), Duvnjak (Stadl-Paura), Sallaku, Caha (unbekannt).

WSC hogo Hertha, Zu:

Strasser (Oedt), A. Fröschl (Vöcklamarkt), Salo, Latifi (beide FC Juniors), E. Hadzic (Dornbirn), Hasanovic (Seekirchen), Stadlmann (Ried), Racic (Kapfenberg).

Ab:

Gruber (FC Wels), Krennmayr (St. Martin/M.) Madlmayr (Bad Schallerbach), Markovic (Wallern), Poljanec (Gmunden), Hartl (Rohrbach), Reiter, D. Berisha (Dietach).

Von Roland Korntner und Tobias Hörtenhuber

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