Umfrage: Ungerechtigkeit in Österreich hat zugenommen

Sowohl die Zufriedenheit mit der Demokratie als auch das Gerechtigkeitsempfinden der Österreicher haben sich verschlechtert. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Public Opinion Strategies von Peter Hajek hervor, der für den Privatfernsehsender ATV 1.000 wahlberechtigte Österreicher befragt hat.

53 Prozent der Bevölkerung sind demnach der Meinung, in Österreich gehe es alles in allem eher ungerecht zu, lediglich 39 Prozent finden, es gehe eher gerecht zu. Im Februar 2018 lagen diese Werte noch fast gleichauf (46 Prozent „eher ungerecht“, 45 Prozent „eher gerecht“). Während sich die Wählerschaft der ÖVP mehrheitlich zufrieden zeigt, sind sowohl SPÖ- als auch FPÖ-Wähler mehrheitlich der Meinung, es gehe ungerecht zu.

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Auch mit der Demokratie in Österreich ist die Bevölkerung weniger zufrieden als zuletzt. In der aktuellen Umfrage sind 53 Prozent zufrieden und 44 Prozent unzufrieden. Im Februar 2018 lagen diese Werte noch bei 60 Prozent Zufriedenheit und 38 Prozent Unzufriedenheit. Während die Anhänger der Regierungsparteien mehrheitlich zufrieden sind, ist die SPÖ-Wählerschaft mehrheitlich unzufrieden.

Der EU-Austritt Großbritanniens berührt laut dem „ATV Österreich Trend“ die heimische Bevölkerung nicht übermäßig. 25 Prozent sorgen sich überhaupt nicht, weitere 27 Prozent eher nicht. Nur 15 machen sich dahingegen „auf jeden Fall“ Sorgen, weitere 28 Prozent eher schon. Am wenigsten Kopfzerbrechen verursacht der Brexit in der FPÖ-Wählerschaft.

Bei der Frage, ob Entwicklungen wie Digitalisierung und Globalisierung besser in einer geeinten EU bewältigt werden können oder die Nationalstaaten diese Dinge wieder selbst in die Hand nehmen sollen, sind die Österreicher mit 42 zu 42 Prozent exakt geteilter Meinung.

Nach einer anderen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Unique research (500 Befragte) für das Nachrichtenmagazin „profil“ glauben 40 Prozent der Österreicher, dass sich das öffentliche Gesundheitssystem in den letzten Jahren verschlechtert habe. An eine Verbesserung glauben nur 12 Prozent, während für 41 Prozent keine Veränderung erkennbar ist.