Umsichtiges Erwachsenen-Ich

Der Kia Sportage ist mittlerweile längst dem Kindesalter entwachsen. Aber freilich weist das Erfolgs-SUV der Koreaner auch im Erwachsenenalter auf seine exzellente Kinderstube hin. Davon zeugt vor allem die üppige Serienmitgift, die in einer umfangreichen Assistenzsystem-Armada gipfelt.

Seit Sommer 1994 stellt der südkoreanische Autohersteller Kia den Sportage her – also zählt das SUV mittlerweile 28 Lenze. Damals war der Sportage allerdings keine vier Meter lang, das hat sich mittlerweile massiv geändert. Aktuell fährt der Fünftürer mit den Gardemaßen 4,15 Meter Länge, 1,86 Meter Breite und 1,65 Meter Höhe vor. Das hat zur Folge, dass die fünf Passagiere überall reichlich Platz vorfinden. Zudem lässt sich das 591 Liter fassende Gepäckabteil mit niedriger Ladekante ebenfalls nicht lumpen und natürlich auf ebene, üppige 1780 Liter erweitern.

Typenschein

Kia Sportage GT-Line
1.6 T-GDI 48V DCT

Preis: Testwagenpreis € 50.840,- inklusive Metalliclackierung € 650,-; einen Kia Sportage (Titan 1.6 T-GDI) gibt es ab € 30.590,-
NoVA/Steuer: 11 %/ € 1054,08 jährlich
Garantie: 7 Jahre bis max. 150.000 km, 5 Jahre bis max. 150.000 km Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle zwei Jahre

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Direkteinspritzung, Turbolader, Partikelfilter, 1598 cm³, 132,4 kW/180 PS bei 5500 U/min, max. Drehmoment 265 Nm bei 1500-4500 U/min
Getriebe: Siebengangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,0 s
Leistungsgewicht: 9,37 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 7,1 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 7,1 Liter
CO2-Ausstoß: 162 g/km
Euro 6d

Eckdaten:
L/B/H: 4515/1865/1650 mm
Radstand: 2680 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1687/2210 kg
Kofferraum: 591-1780 Liter
Anhängelast gebr./ungebr. 1650/750 kg
Tank: 54 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 235/50 R19 103V auf 19“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/TPMS
Airbags: 7

Der Clou allerdings ist die Serienausstattung des SUV. Okay, knapp 51.000 Euro inklusive Metalliclackierung kostet der Wagen in der höchsten Ausstattungslinie GT-Line – das ist mittlerweile keine Kleinigkeit mehr. Dafür fährt der Sportage unter anderem mit Multifunktions-Lederlenkrad, Sitzheizung (auch für die Fondpassagiere), Sitzkühlung für Fahrer und Beifahrer, elektrisch einstellbarer Vordersitze, Lenkradheizung, LED-Scheinwerfern vorne und hinten, Glas-Panoramaschiebedach, 12,3 Zoll Touchscreen, Sprachsteuerung, Zweizonen-Klimaautomatik, Harman-Kardon-Soundsystem, elektrischer Heckklappe, induktiver Ladestation und USB-Ports vor. Unbestrittenes Highlight ist dann die Assistenzarmada, die nahezu alles umfasst, was das Herz begehrt und das Fahren – egal, ob auf Kurz- oder Langstrecke – zum entspannten Vergnügen macht.

Manche Helferlein gehören mittlerweile sowieso zur Basisausstattung eines Neuwagens. Dazu zählen beispielsweise der Tote-Winkel-Warner, die Berganfahrhilfe, das ABS (vulgo Antiblockiersystem) oder das Elektronische Stabilitätsprogramm, besser bekannt als ESP.

Das findet sich no na net auch im Sportage, aber darüber hinaus piepsen die Parksensoren vorne wie hinten, geben die Kameras gestochen scharfe Bilder wieder, warnt der vibrierende Querverkehrswarner beim Reversieren vor herannahenden Autos und die Verkehrszeichenerkennung zeigt verlässlich (mit nur kleinen Ausrutschern, wenn sie sich an den Geschwindigkeitspickerln auf den Lkw orientiert) das maximal erlaubte Tempo an.

Zudem umfasst die Assistenzpalette den Spurhalteassistenten – entweder rein warnend oder mit Lenkeingriff. Die automatische Distanzregelung agiert feinfühlig und ist vierstufig einstellbar und wer will, verlässt sich auf den Geschwindigkeitsbegrenzer inklusive Stop-und-Go-Funktion. Ja, der Sportage agiert sozusagen teilautonom, lässt entspanntes Fahren bei grandiosen Platzverhältnissen zu und ermöglicht so den Genuss des üppigen Infotainmentsystems – wahlweise via intuitiver Touchscreenbedienung oder Spracheingabe.
Einziges Manko ist die Motorisierung.

Video
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Der 1600er-Vierzylinder agiert recht rau, die Siebengangautomatik mit Segelfunktion arbeitet ruppig und der Verbrauch ist mit 7,1 Litern nicht unbedingt vorbildhaft. Die Fahrdynamik hingegen kann sich sehen lassen: Der souveräner Antritt über alle vier Räder, das gute Kurvenverhalten, die feinfühlige Lenkung und die tadellosen Bremsen gleichen das Manko des aufgeladenen Benziners aus.

Fazit: Für notorisch unaufmerksame Fahrer der perfekte Begleiter mit reichlich Platz und Komfort, garniert mit sieben Jahren Garantie und umfangreicher Ausstattung. Billig ist der Spaß freilich nicht, aber sein Geld ist der Kia Sportage GT-Line allemal wert.

Text & Fotos: Oliver Koch

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