Umwelt-NGOs sehen österreichischen Luchsbestand in Gefahr

Der Luchsbestand in Österreich ist laut den Naturschutzorganisationen WWF Österreich und Naturschutzbund Österreich in Gefahr. „Derzeit stagniert ihre Zahl auf sehr niedrigem Niveau“, warnten die NGOs in einer Aussendung anlässlich des Internationalen Tages des Luchs am 11. Juni.

Seit den 1970er-Jahren konnten die einst ausgerotteten Luchse erfolgreich wieder angesiedelt werden. Derzeit sieht die Lage für die größte Katzenart Europas aber eher triste aus.

„Da die maximal 39 heimischen Individuen in kleinen, voneinander isolierten Populationen leben, die kaum Nachwuchs hervorbringen und durch Inzucht genetisch verarmen, droht in den nächsten Jahren ein Rückgang und im schlimmsten Fall ihr gänzliches Verschwinden. Die Zerschneidung von Lebensraum verhindert, dass einzelne Luchse zur Fortpflanzung zueinander finden. Fälle von Wilderei wiederum dezimieren die isolierten Populationen. Wird dieser Teufelskreis nicht durchbrochen, stehen die Tiere vor dem gleichen Schicksal wie der Bär, der seit 2011 in Österreich als ausgerottet gilt“, warnte Christian Pichler, Artenschutzexperte des WWF Österreich.

Ein Überleben der Luchse in Österreich kann nur gelingen, wenn die kleinen Populationen mit Aussiedlungsprojekten unterstützt und infrastrukturelle Hindernisse abgebaut werden. „Wildtierkriminalität ist zudem konsequent zu bekämpfen“, forderte Lucas Ende vom Naturschutzbund Österreich.

Noch gibt es drei heimische Luchsvorkommen. Im Norden des Landes hat Österreich Anteil an der grenzüberschreitenden böhmisch-bayerisch-österreichischen Population. Davon konnten 23 Luchse in Österreich nachgewiesen werden, von denen jedoch kein Exemplar ausschließlich hierzulande lebt.

Die Region um den oberösterreichischen Nationalpark Kalkalpen beherbergt eine stark bedrohte Population von derzeit sechs Tieren. Das Vorkommen einiger weniger Luchse in Vorarlberg ist eine Folge der sich langsam ausbreitenden Population in der Ostschweiz.

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