Und jetzt noch ein deutscher Schäfer!

„Monsieur Claude“ grantelt sich erneut durch Familienangelegenheiten

DIe Multikulti-Familie rund um Claude Verneuil (Christian Clavier) wird vermutlich ein letztes Mal ins Kino locken. Nach Teil 3 soll — Stand jetzt — Schluss sein.
DIe Multikulti-Familie rund um Claude Verneuil (Christian Clavier) wird vermutlich ein letztes Mal ins Kino locken. Nach Teil 3 soll — Stand jetzt — Schluss sein. © Filmladen

Die Verneuils! Die reisen nach Peking, um die Eltern ihres Schwiegersohns Chao zu treffen und erwischen doch glatt die falsche Tür. Soweit, so vielleicht witzig. Aber dabei belässt es Regisseur Philippe de Chauveron im dritten Teil der „Monsieur Claude“-Reihe — die nun angeblich beendet sein soll — nicht. Da geht noch mehr. Claude und Marie Verneuile merken nämlich nicht, dass sie bei den falschen Chinesen im Wohnzimmer sitzen, obwohl sie bereits mit ihnen eine Hochzeit gefeiert haben. Schauen halt alle gleich …

Bei den altbackenen Witzen kann „Monsieur Claude und sein großes Fest“mit seinen Vorgängern, in denen die Töchter Vater Claude mit ihrer Männerwahl in den Wahn treiben, mithalten, auch in Sachen politischer Inkorrektheit. Die wird erneut auf dem Silbertablett der konservativen französischen Familie serviert.

Die „Monsieur Claude“-Reihe ist nicht unumstritten, aber unglaublich erfolgreich und lockt nahezu weltweit die Masen in die Kinos. Und auch diesmal wird wieder das Prinzip greifen, jemandem dabei zuschauen zu dürfen, der etwas tut, was man selbst nicht darf, oder nicht dürfen soll. Mir fällt dabei immer ein Erlebnis im Kindertheater ein, wo die kleinen Zuschauer vor lauter Lachen fast von den Hockern gefallen sind, weil der Held auf der Bühne „Arsch“ gesagt hat.

Keine Ruhe für Claude vor lauter Familie

Fluchen tut Claude (Christian Clavier) auch direkt zu Beginn, weil er keine Ruhe findet vor lauter Familie. Überall lauern die Schwiegersöhne. Noch immer regt es ihn irgendwie auf, dass Chao aus China stammt, Charles von der Elfenbeinküste, David aus Israel und Rachid aus Algerien. Übrigens: Untereinander tragen die Schwager auch den einen oder anderen Konflikt aus, und so entsteht eine Mauer zwischen den aneinander grenzenden Gärten, also quasi zwischen Israel und Algerien und darunter wird ein Tunnel gegraben … Ach ja, bei dem Konflikt geht es um Äpfel, die auf Petersilie fallen.

Es läuft angespannt in der Großfamilie und als die Töchter von Marie (Chantal Lauby) und Claude beschließen, zum elterlichen 40. Hochzeitstag wiederum ihre Schwiegereltern einfliegen zu lassen — was soll man wohl sagen: Dann geht es rund im beschaulichen französischen Städtchen.

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„Monsieur Claude 3“ ist, was es ist: eine rasante und mit perfektem Timing inszenierte französische Komödie mit irren verbalem Schlagabtausch an jeder Ecke, witzigen Einfällen im Kleinen, einer im Großen sehr vorhersehbaren Handlung und — in diesem Fall darf es verraten werden — einem Happy End. Zwischen dem grantelnden Claude zu Beginn und dem „Oh, wir lieben uns ja doch alle irgendwie“-Ende gibt es noch ein paar Ehekrisen, einen deutschen Kunsthändler namens Helmut Schäfer, einen schwarzes Jesus …

An dem plakativ vorgeführten Chauvinismus und Rassismus wird sich kaum noch jemand stoßen, die Witze könnten weniger Bart haben.

Von Mariella Moshammer

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