Unfall auf Schnee- oder Eis-Fahrbahn

Schnee und Eis sind eine große Herausforderung für jeden Autofahrer – aber auch für den Straßenhalter, der für die Räumung verantwortlich ist. Passiert trotz vorsichtiger Fahrweise ein Unfall, ist die Verschuldensfrage oft unklar.

„Beispielsweise kann der Straßenhalter nur in Ausnahmefällen zur Verantwortung gezogen werden, wenn ein Autofahrer wegen mangelnder Schneeräumung einen Unfall hatte“, sagt ÖAMTC-Juristin Silvia Winklhamer.

Bei Mautstraßen, dazu zählen aufgrund der Vignettenpflicht auch alle Autobahnen in Österreich, gilt eine Beweislastumkehr zugunsten der Autofahrer: Dem Straßenhalter muss der Beweis gelingen, dass er bei der Straßenräumung nicht fahrlässig gehandelt hat.

Hier wird aufgrund des bestehenden Vertragsverhältnisses bereits ab leichter Fahrlässigkeit gehandelt. Auf allen anderen Straßen kann vom Autofahrer eine Ersatzpflicht für „Rutschschäden“ nur bei grob fahrlässiger Unterlassung durchgesetzt werden.

„Hier muss der geschädigte Lenker zudem beweisen, dass die Verantwortlichen eine Schneeräumung oder Streuung schuldhaft verabsäumt haben“, so die ÖAMTC-Juristin. Allerdings: Selbst wenn ein solcher Nachweis gelingt, muss unter Umständen der Fahrzeugbesitzer damit rechnen, einen Teil der Kosten für den Schaden an seinem Auto selbst zu tragen.

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