Ungarn verzeichnet Rekord an Corona-Neuinfektionen

In Ungarn haben die Behörden am Freitag einen Rekordwert an Corona-Neuinfektionen verzeichnet. In den vergangenen 24 Stunden sei bei 1.322 Menschen das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte der Krisenstab der ungarischen Regierung mit. Seit mehr als zwei Wochen wurden in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land täglich jeweils zwischen 700 und 1.000 Neuinfektionen registriert. Auch in Polen und Litauen schnellten die Neuinfizierten-Zahlen unterdessen nach oben.

Zudem steigt die Zahl der Patienten, die in unserem Nachbarland im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung sterben. Am Freitag wurden in Ungarn in den vergangenen 24 Stunden 17, am Donnerstag 16 Tote verzeichnet. Insgesamt wird die Zahl der Todesopfer infolge der Corona-Pandemie mit 798 angegeben. 740 Patienten werden derzeit in Krankenhäusern behandelt, 47 von ihnen müssen künstlich beatmet werden.

Experten zeigen sich besorgt darüber, dass verhältnismäßig wenig getestet wird. In den letzten 24 Stunden gab es 12.394 Tests. Mehr als zehn Prozent davon waren positiv. Der Anteil der positiv Getesteten an einem gegebenen Tag beträgt seit gut einem Monat zwischen sechs und zwölf Prozent. Laut Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte die Rate der positiv Getesteten fünf Prozent nicht übersteigen, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten.

Den zweiten Tag in Folge registrierte Polen so viele neue Corona-Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Freitag registrierten die Behörden 2.292 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt lag mit 282 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um die Hauptstadt Warschau (246) und Pommern im Westen (228) waren stark betroffen. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bisher 95.773 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2.570 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

Auch in Litauen haben die Neuinfektionen erneut einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Vilnius wurden am Freitag 172 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert in dem baltischen EU-Land von 138 Neuinfektionen war in der Vorwoche erfasst worden.

Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete insgesamt bisher 4.956 bestätigte Infektionen und 94 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Zahl an Corona-Infektionen hat dabei zuletzt deutlich zugenommen und sich der Gesundheitsbehörde zufolge seit Juli versechsfacht. So seien im September 1.855 Fälle registriert worden – gegenüber 275 Fällen im Juli und 836 Fällen im August.

Die italienischen Gesundheitsbehörden haben am Freitag einen leichten Rückgang bei den Coronavirus-Ansteckungen verzeichnet. 2.499 neue Fälle wurden in 24 Stunden registriert, am Vortag waren es 2.548. Außerdem wurden 23 Todesfälle gemeldet, einer weniger als am Vortag. Die Zahl der Toten seit Beginn der Epidemie im Februar stieg somit auf 35.941. Eine Rekordzahl von 120.000 Abstrichen wurde am Freitag genommen.

Angesichts landesweit steigender Zahlen von Corona-Neuinfektionen führt die Region Latium samt der Hauptstadt Rom eine Maskenpflicht im Freien ein. “Wir müssen das Maß an Wachsamkeit und Prävention erhöhen”, schrieb der Regionalpräsident Nicola Zingaretti nach dem Beschluss am Freitag. Ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren sowie Menschen, die draußen Sport treiben. Ähnliche Vorschriften gelten bereits in den Regionen Kampanien, Kalabrien und Sizilien. Vize-Gesundheitsministerin Sandra Zampa schloss nicht aus, dass die Maskenpflicht im Freien auf ganz Italien ausgedehnt werden könnte.

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