UNO-Bericht sieht Ziele zur Artenvielfalt verfehlt

Die Weltgemeinschaft hat ihre selbst gesteckten Ziele zum Erhalt der Artenvielfalt einem UNO-Bericht zufolge weitgehend verfehlt. Der UNO-Artenschutzkonferenz zufolge sei keine der vor zehn Jahren festgelegten 20 Vorgaben im Jahr 2020 vollständig erreicht worden – bei sechs Zielen habe man zumindest Teilerfolge erzielt.

„Trotz ermutigender Fortschritte in mehreren Bereichen leidet die Welt stark und es wird schlimmer“, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Besonders sensible Lebensräume wie Korallenriffe seien stärker bedroht als je zuvor. Grund für die Entwicklung sind demnach unter anderem die intensive Land- und Forstwirtschaft sowie die vielerorts massive Überfischung der Meere.

Hinzu kommen die Zerstörung von Lebensraum, die Einführung fremder Arten in viele Regionen und die Auswirkungen der Klimakrise auf Tiere und Pflanzen. Doch es gibt Lichtblicke: So sei die Waldrodung in den vergangenen fünf Jahren im Vergleich zur Zeit vor 2010 um 33 Prozent zurückgegangen, heißt es. Auch das Bewusstsein um den Schutz der Artenvielfalt scheine weltweit zuzunehmen, zudem seien die Schutzzonen zu Land und Wasser ausgeweitet worden.

Die UNO-Artenschutzkonferenz ging aus der 1992 in Rio de Janeiro beschlossenen Artenschutzkonvention (Convention on Biological Diversity/CBD) hervor. 2010 hatten die 196 Mitgliedsstaaten konkrete Artenschutz-Ziele bis 2020 beschlossen. So sollten 17 Prozent der Land- und 10 Prozent der Meeresflächen besser geschützt werden, um den Artenverlust zu stoppen. Die Teilnehmerstaaten des CBD führen momentan Verhandlungen über neue Ziele, die im Mai 2021 verabschiedet werden sollen.

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