Unregelmäßigkeiten? City droht Ungemach!

Sogar Ausschluss aus Champions League soll für Englands Fußball-Meister im Raum stehen

Starcoach Pep Guardiola und seinem Klub Manchester City, der am Sonntag die englische Meisterschaft feierte, droht eine harte Landung. Offenbar steht sogar ein Ausschluss aus dem Europacup im Raum.
Starcoach Pep Guardiola und seinem Klub Manchester City, der am Sonntag die englische Meisterschaft feierte, droht eine harte Landung. Offenbar steht sogar ein Ausschluss aus dem Europacup im Raum. © AFP

Die Finanzkontrollbehörde des europäischen Verbands UEFA wolle demnach die Empfehlung abgeben, den englischen Fußball-Meister für mindestens eine Saison aus der Champions League auszuschließen. Die Fakten:

Das Verfahren: Die UEFA hat im März Ermittlungen gegen Manchester City wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten eingeleitet.

Die Vorwürfe: Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete bereits im Rahmen der Football Leaks, City habe die UEFA getäuscht, um die Finanzregeln zu umgehen. Citys Sponsoren aus Abu Dhabi sollen weniger Geld an den Klub überwiesen haben, als sie in den Verträgen angaben. Besitzer Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan soll dafür über Jahre verschleierte Zahlungen getätigt haben.

Das Financial Fair Play: Die UEFA führte „FFP“ 2010 mit dem Ziel ein, Klubs zu einem vernünftigen Wirtschaften zu bewegen. Kernpunkt ist, dass Vereine nicht mehr Geld ausgeben, als sie erwirtschaften. Zuwendungen von Sponsoren müssen deshalb auch „marktüblichen Charakter“ haben. Es gibt aber viel Kritik am FFP (siehe auch Kommentar) und Zweifel an der Wirksamkeit.

Die Entscheidung: Der ehemalige belgische Regierungschef Yves Leterme hat als Leiter der UEFA-Finanzkontrollbehörde nun das letzte Wort. Der 58-Jährige wird seine Empfehlung in den kommenden Tagen an die rechtsprechende Kammer der UEFA weiterleiten. Wie eine Quelle der „New York Times“ mitteilte, seien Citys Erklärungen in dem Fall jedenfalls „nicht überzeugend“ gewesen.

Der Strafrahmen: Manchester City wurde 2014 im Zuge von Verfehlungen gegen das FFP bereits zu einer Strafzahlung von 49 Millionen Pfund (56,75 Mio. Euro) verurteilt. Frankreichs in katarischem Besitz stehenden Meister Paris SG ereilte dasselbe Schicksal. Eine strengere Strafe, sprich den vorübergehenden Ausschluss aus der Champions League, soll der damalige UEFA-Generalsekretär und heutige FIFA-Präsident Gianni Infantino verhindert haben.

Manchester City im Visier: Die Causa bei der UEFA ist nur eine von insgesamt vier unterschiedlichen Untersuchungen, denen sich City derzeit stellen muss. Der Weltverband FIFA ermittelt aufgrund der verbotenen Verpflichtung von Minderjährigen, City droht dabei eine Transfersperre. Die Premier League beschäftigt sich ebenfalls mit finanziellen Ungereimtheiten, die im Zuge der Football Leaks aufgedeckt wurden. Und Englands Fußballverband FA untersucht Vorwürfe, der Verein habe rund 230.000 Euro an einen Berater bezahlt, um den damals 14-jährigen Jadon Sancho (nun bei Dortmund) von Watford zu verpflichten.

Manchesters Reaktion: Die Anschuldigungen wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten seien „völlig falsch“, schrieb City in einem Statement. Umfassende Beweise dafür seien der UEFA-Behörde vorgelegt worden.

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