Unterschiedliche Qualität: Keine Benachteiligung der EU-Ost-Länder

Viele Produkte unterschiedlich, aber keine systematischen Unterschiede

Manner Schnitten werden in allen Ländern in der gleichen Rezeptur vertrieben, bestätigte die Analyse.
Manner Schnitten werden in allen Ländern in der gleichen Rezeptur vertrieben, bestätigte die Analyse. © Manner

Die Aufregung in den Visegrad-Staaten (Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn) war 2017 groß: Sie vermuteten, das westliche Firmen wie auch etwa der heimische Schnitten-Produzent Manner, Produkte unterschiedlicher Rezepturen bzw. anderer, minderwertigerer Qualität in den Osten liefern würden.

In der Debatte ging es z.B. um unterschiedlich hohe Fleischanteile in Fischstäbchen, um Süßstoff statt Zucker im angelieferten Fruchtsaft, um Palmöl statt Sonnenblumenöl in den Chips, um unterschiedliche Käsemengen auf Tiefkühlpizzen oder auch um eine unterschiedlich hohe Wirkstoff- Konzentration in Waschmitteln — trotz jeweils gleicher Marke und Verpackung. Gestützt wurde diese Aussage auf sensorische Tests in den jeweiligen Ländern – eine breite Diskussion über eine Ungleichbehandlung folgte. Das VOLKSBLATT hatte mehrmals berichtet.

Nun belegt eine aktuelle EU-Studie: Der Verdacht, dass vor allem in Osteuropa vermarktete Produkte oft anders oder schlechter sind, ließ sich nicht erhärten, auch wenn viele Erzeugnisse trotz gleicher oder ähnlicher Packung unterschiedlich sind. Ein einheitliches geografisches Muster konnte nicht festgestellt werden.

Ein Drittel aller getesteten Produkte sind inhaltlich de facto ident. Das gilt auch für die Manner Wafferl, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Manner kritisierte zudem, dass die Anschuldigen aus den östlichen EU-Staaten dem Ansehen des Unternehmens geschadet hätten.

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