Unübersichtliche Berlinale spiegelt die Welt wider

    Am Donnerstag startet die 68. Ausgabe der deutschen Filmfestspiele mit rund 400 Beiträgen aus aller Welt — Direktor Kosslick geht im Mai 2019

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    In „Isle of Dogs“wird die Welt aus der Sicht von Hunden erzählt.
    In „Isle of Dogs“wird die Welt aus der Sicht von Hunden erzählt. © Centfox

    Auch über der 68. Ausgabe der Berlinale, die heute startet, hängt das #metoo-Thema. Kurz vor der Eröffnung hat die Schauspielerin Claudia Eisinger an Direktor Dieter Kosslick appelliert, den roten Festivalteppich schwarz einzufärben. Der südkoreanische Kultregisseur Kim Ki-duk wurde laut der Leiterin der Sektion Panorama, Paz Lazaro, bewusst zum Festival eingeladen, obwohl eine Darstellerin schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben hat. „Ki-duk hat uns zugesagt, sich dieser Debatte zu stellen.“

    Roten Faden gebe es bei der diesjährigen Berlinale nicht, betont Kosslick. Das spiegle die aktuelle Unübersichtlichkeit in der Welt wider. Allerdings werde die Berlinale Schwerpunkte aufweisen. Der deutsche Wettbewerbsbeitrag „Transit“von Christian Petzold greift etwa das Flüchtlingsthema auf, ebenso wie der österreichisch-deutsche Film „Styx“. Insgesamt gehen 19 Filme ins Rennen um den Goldenen Bären. Den Vorsitz der Jury hat heuer der deutsche Regisseur Tom Tykwer. Unter den rund 400 Filmen des Festivals sind, wie berichtet, 13 aus Österreich. „3 Tage in Quiberon“mit Birgit Minichmayr hat es in den Wettbewerb geschafft. Zum Schwerpunkt Zivilcourage wird u.a. der deutsche Beitrag „Das schweigende Klassenzimmer“ über eine Schulklasse in der DDR gezeigt, die sich dem Regime nicht beugen wollte.

    Eröffnet wird die 68. Berlinale mit dem Animationsfilm „Isle of Dogs“ von Wes Anderson, der in Japan spielt und die Welt aus der Sicht von Hunden erzählt. Es sei das erste Mal, dass das Festival mit einem Animationsfilm eröffnet würde, betont Kosslick, dessen Vertrag als Direktor im Mai 2019 ausläuft. Konkrete Vorschläge für seine Nachfolge sollen bis zum Sommer vorliegen.