Unverkennbares System von Linien

Johann Jascha und sein Werk © Ewald Stieger

Mit der Ausstellung „Das Ich als Zeichnung“ (bis 22. Mai) präsentiert die Galerie in der Schmiede in Pasching eine großartige Werkschau von Johann Jascha (*1942), der mit seinen auf Papier mit Acryl gemalten Landschaften ein unverkennbares System der Linie zeigt.

Die darüber platzierten Zeichnungen sind oft nur Liniengestalten in schwarzer Tusche, nehmen auf farbenfrohem, in Licht getauchtem Hintergrund raumgreifend, rhythmisch und dynamisch fließend den Platz für sich ein. Manchmal überlagernd, schlüpft die fortgeführte Linie dazwischen durch, so dass nach und nach ein tänzerischer Chor von Individualisten entsteht.

Zugleich wirken die Bilder wie ein Bühnenraum, dessen Linienfiguren sich selbst überprüfen im Zusammenfließen und Auseinanderdriften. Die typischen Jascha-Linien kommen leichtfüßig oder massiv, ungehorsam oder exaltiert, meist tanzend oder vibrierend manieriert ins Bild.

Sie tauchen aus dem Weiß des Papiers oder in wunderbare Farbräume des vorgearbeiteten Zeichenblattes ein. Die Ausstellung zeigt auch eine Fotoserie, Jascha als Aktionismuskünstler beim „Griff ins Ich“ aus den Jahren 1970 bis 2013, mit antiästhetischer Verfremdung, aber auch mit „Schöner Wohnen“ (Ritualraum im Lentos). Christine Grubauer

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