Ursula Strauss, Ernst Molden: Wüdnis

Der Musiker Ernst Molden und die Schauspielerin Ursula Strauss, die immer wieder gemeinsam auf der Bühne standen, haben das Album „Wüdnis“ eingespielt.

Darauf singen sie von dunklen Ecken, wilden Gestalten und der gar nicht so einfachen Suche nach dem Glück. Das Setting ist dabei reduziert: eine Gitarre, zwei Stimmen und zwölf Stücke, die Molden für diese Zusammenarbeit geschrieben hat.

Es sind feine Blues-Miniaturen, Ausflüge ins lichtdurchflutete Countryfach, aber auch dunkle Folkperlen und Abgründiges aus dem Wiener Lied. Passend dazu versprühen die Texte vielfach einen morbiden Gestus. Das beginnt schon bei der „Feiawea“, die vergebens Jagd auf den Teufel macht, und geht weiter im mörderischen „Theresiasong“. Gerade die vermeintliche Düsternis offenbart dabei durchaus feine Lichtblicke und humorige Momente. Molden und Strauss entführen mit dem „Woedliad“ an ihren Zufluchts- und Sehnsuchtsort inmitten dichter Baumwipfel, Wasser bricht Bahn in „Daune iwan Fluss“.

Mit nonchalantem Vortrag werden dabei Figuren und Schicksale in Stadt und Land eingeführt. Da kann es schon passieren, dass der liebe Augustin zu viel Knoblauch verwendet („Ollas is hi“) und der „Weg“ zum Ziel wird. Äußerst gelungen ist die Darbietung der Schauspielerin im einfühlsamen „Vü iwa mi“, ansonsten regiert der leicht hemdsärmelige Charme dieses ungleichen und doch perfekt zusammenpassenden Duos.

Hörprobe:

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