USA setzen nächste Spitze im globalen Handelskrieg

Trump kündigt Zölle auf Waren im Wert von 200 Mrd. Dollar an

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US-Präsident Donald Trump gibt den Weg in einen veritablen Handelskrieg vor. China will mit Gegenmaßnahmen reagieren, wendet sich zuerst an die WTO.
US-Präsident Donald Trump gibt den Weg in einen veritablen Handelskrieg vor. China will mit Gegenmaßnahmen reagieren, wendet sich zuerst an die WTO. © AFP/Marin

Wer auf eine Mäßigung im Handelsstreit gehofft hat, wurde am Mittwoch wieder einmal bitter enttäuscht. Nicht umsonst fällt mittlerweile immer öfter das Wort Handelskrieg. Die neue Spitze ging naturgemäß wieder von US-Präsident Donald Trump aus, der neue Zölle auf chinesische Produkte ankündigte, diesmal mit einem Gesamtvolumen von 200 Mrd. Dollar.

Peking „schockiert“

In Peking zeigte man sich „schockiert“ über den neuerlichen Vorstoß Trumps, die Zukunft des beiderseitigen Handels wurde bereits hinterfragt. „Die großangelegte gegenseitige Anhebung von Zöllen zwischen China und den USA wird den US-chinesischen Handel unweigerlich zerstören“, fand der chinesische Vize-Handelsminister Li Chenggang drastische Worte. Auch werde China auf die inakzeptablen US-Pläne reagieren müssen, wurde betont.

Noch zwei Monate Zeit

Noch ist die Ankündigung Trumps eine Drohung, bisher folgten seinen Ankündigungen allerdings oft Taten. Die Liste der betroffenen chinesischen Produkte umfasst Sojabohnen, Stahl, Kohle und Elektronik. Auf diese Waren sollen zusätzlich zehn Prozent bei der Einfuhr in die USA aufgeschlagen werden. Bei Stahl und Aluminium wäre es die zweite Zollverschärfung, nachdem sich diese Produktgruppen bereits im 34-Mrd.-Dollar-Zollpaket des US-Präsidenten von vergangener Woche befunden hatten. Damals hatte China mit Gegenmaßnahmen in gleicher Höhe reagiert. Dieses Katz- und Maus-Spiel könnte bei weitem noch nicht zu Ende sein. In der Vergangenheit hatte Trump mit Sonderzöllen im Gesamtwert von 500 Mrd. Dollar gegen China gedroht.

China ruft WTO an

China beschreitet indes den international geregelten Weg. Die Regierung in Peking kündigte an, umgehend eine Klage bei der Welthandelsorganisation WTO einzureichen. Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer verteidigte die US-Linie. China sei mehr als ein Jahr lang aufgefordert worden, die unfaire Handelspolitik zu beenden, den eigenen Markt zu öffnen und sich dem Wettbewerb zu stellen. Der US-Botschafter bei der WTO, Dennis Shea, stieß in das selbe Horn: Das Reich der Mitte füge seinen Handelspartnern schweren Schaden zu. Die „Abrechnung“ dafür dulde keinen Aufschub mehr, so die deutliche Ansage.