USA und China kommen einander im Handelskonflikt wieder näher

Einigung in Teilbereichen – USA verzichten auf Anhebung der Strafzölle

Die Verkündung eines Teilabkommens kam überraschend und wird von Experten verhalten bewertet. So sprach Wirtschaftsexperte Greg Daco vom Institut Oxford Economics von einem „klitzekleinen Handschlag-Abkommen“.
Die Verkündung eines Teilabkommens kam überraschend und wird von Experten verhalten bewertet. So sprach Wirtschaftsexperte Greg Daco vom Institut Oxford Economics von einem „klitzekleinen Handschlag-Abkommen“. © Zerbor - stock.adobe.com

In dem seit mehr als einem Jahr dauernden Handelskrieg mit China hat US-Präsident Donald Trump die Einigung auf ein Teilabkommen verkündet. Diese „Phase eins“ eines umfassenderen Abkommens, sagte Trump bei einem Treffen mit dem chinesischen Vizepremier und Chefunterhändler Liu He im Weißen Haus. Das Abkommen inkludiert unter anderem die Themen Schutz geistigen Eigentums, Finanzdienstleistungen, Währungsfragen und Agrarprodukte.

Die restlichen Streitpunkte sollten dann in einer zweiten und womöglich dritten Phase geklärt werden.

Verzicht auf Strafzölle

Die USA wollen nun auf die für Dienstag angekündigte Anhebung von Strafzöllen von 25 auf 30 Prozent für chinesische Importe im Wert von 250 Milliarden Dollar (226,39 Milliarden Euro) verzichten, wie Finanzminister Steven Mnuchin sagte.

China sprach von „substanziellen Fortschritten“ in den Verhandlungen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag berichtete, erörterten beide Seiten demnach auch Vorbereitungen für künftige Konsultationen und einigten sich darauf, gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um schließlich eine Einigung zu erzielen.

Die Einigung in Teilbereichen kommt rechtzeitig vor dem Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington. Mit Spannung erwartet wird dabei die morgen erscheinende Konjunkturprognose des IWF. Dessen neue Direktorin Kristalina Georgiewa hatte jedoch schon im Vorfeld angedeutet, dass der IWF die Prognose wegen der Handelsstreitigkeiten senken werde.

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