Vampire Weekend: Father of Bride (Sony)

„Father Of The Bride“, das vierte Album von Vampire Weekend, zeugt von einer songschreiberischen Reife und Souveränität, die viele dem jungenhaften Frontmann Ezra Koenig kaum zugetraut hätten. Gleich 18 Lieder reiht „Father Of The Bride“ aneinander, und nie waren Vampire Weekend so abwechslungsreich und raffiniert.

Viele Stücke haben zwar nach wie vor die von dieser Band gewohnten knuffigen Worldmusic-Rhythmen und Gitarren-Grooves (grandios: „Sympathy“ und „Stranger“), ihre Folkpop-Harmonien sind weiterhin äußerst eingängig. Aber darüber schwebt oft ein melancholischer, nachdenklicher Ton — etwa im tieftraurigen „My Mistake“. Textlich knüpft das als Vorab Single veröffentlichte „Harmony Hall“ beim Song „Finger Back“ vom Vorgängeralbum an: „I don’t wanna live like this/but I don’t wanna die“, singt Ezra Koenig hier wie dort.

Klingt nicht nach banaler Zufriedenheit eines oberflächlichen Middle-Class-Burschen. Ebenso „Unbearably White“, wo der Songwriter zu bebenden Streichersounds augenzwinkernd dem Vorwurf kontert, er sei viel zu hellhäutig für seine von schwarzen Vorbildern geprägte Musik. Mit der schönen Piano-ballade „Jerusalem-New York-Berlin“ endet ein Album, das Koenig (Gitarre, Gesang), Chris Baio (Bass) und Chris Tomson (Schlagzeug) wieder auf viele Playlists und in die Charts bringen dürfte.

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