Vater Mozart, Sohn und Enkel trafen sich im Brucknerhaus

Großartig: Pianist Aaron Pilsan
Großartig: Pianist Aaron Pilsan © LIVA/Oliver Erenyi

Die sonntägliche Matinee im Linzer Brucknerhaus brachte zum Thema „Familie Mozart“ Werke von Vater, Sohn und Enkel zum Klingen.

Am Pult des Bruckner Orchesters mit viel Temperament Reinhard Goebel, dessen aktuelle CD „New Mozarts“ mit neuesten Bearbeitungen von Mozart-Werken aufwartet. Begonnen mit der „Alten und Neuen Lambacher“ Sinfonie G-Dur, auf einer Durchreise für das Stift Lambach 1767 komponiert, vielleicht als Gemeinschaftsarbeit von Vater und Sohn. Ganz genau weiß man es bis heute nicht.

Beim Vergleich der beiden Sinfonien waren wenige Unterschiede zu hören, die „Neue“ ist vom Vater Leopold autorisiert und hat vier Sätze, die „Alte“ dreisätzig und Sohn Wolfgang Amadé zugeschrieben. Der war da gerade einmal zehn Jahre alt. Ein Exempel für die Unterschätzung von Vater Mozart als Komponist.

Grandioser Solist

Unbestritten als Eigenkomposition bleibt hingegen das großartige Klavierkonzert Nr. 2 Es-Dur vom Sohn Mozarts, Franz Xaver Wolfgang Mozart, dessen Erfolge auch als Pianist der Vater nicht mehr erleben durfte.

Franz Xaver kam in dessen Todesjahr zur Welt. Die Aufführung mit dem Solisten Aaron Pilsan wurde zum Höhepunkt der Matinee. Mit welcher Freude der international gefragte Vorarlberger Pianist, ein Senkrechtstarter in seinem Fach, das Konzert gestaltete, war ein Erlebnis für sich allein.

Nicht immer ist ein derartiger solistischer Einsatz mit totalem Aufblühen in der Musik und Mitgehen mit dem Orchester zu erleben. Alles bei höchster technischer Brillanz und dem Gespür für die schon in die Romantik weisenden Momente im Werk des profilierten Mozart-Sohnes. Schade, dass Franz Xaver im Konzertsaal vernachlässigt wird.

Von der „Prager“ Sinfonie des Vaters zum Abschluss hat das Bruckner Orchester einen enttäuschenden Eindruck hinterlassen. Wo war die viel gepriesene Qualität unseres Klangkörpers versteckt? Die Musik aus der Mozart-Familie hätte mehr Genauigkeit verdient, da konnte auch Reinhard Goebel mit noch so viel Verve nichts ausrichten. An begeistertem Beifall fehlte es nicht, man ist froh, dass in diesen Zeiten wieder fest musiziert wird.

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