Vatikan: Weniger Spenden, aber nicht pleite!

Der Vatikan dementiert Berichte über eine drohende Pleite, von der der Journalist Gianluigi Nuzzi in einem neuen Buch schreibt. „Es ist falsch zu behaupten, dass der Vatikan bankrottgefährdet ist“, sagte gestern Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga, Mitglied des Beraterkreises des Papstes für die Kurienreform.

Zwar seien die Spenden zurückgegangen, der Vatikan habe jedoch auch andere wichtige Einnahmequellen, wie jene durch die Eintrittskarten für die Vatikanischen Museen, so der Purpurträger. Er ortete eine Strategie, um den Vatikan zu diskreditieren.

Der Papst sei unter Beschuss, beklagte der Kardinal. Man stelle eine Kirche dar, die vor dem Bankrott stehe und in der die Mehrheit der Priester pädophil sei. Franziskus sitze aber weiterhin fest im Sattel. „Es geht ihm gut und er hat keinerlei Rücktrittsabsichten. Das Volk steht hinter ihm, während die Personen, die gegen ihn sind, den Pharisäern gleichen“, so Maradiaga.

Auch der Leiter der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls APSA, Bischof Nunzio Galantino, bestritt die Gerüchte über die angeblich schiefe Finanzlage. „Es gibt keinerlei Bankrottgefahr“, sondern lediglich den Bedarf, wirtschaftlicher zu arbeiten. „Daran arbeiten wir“, versicherte Galantino.

Das am Montag in Rom präsentierte Nuzzi-Buch „Giudizio universale“ („Das Jüngste Gericht“) berichtet von einem angeblich bevorstehenden finanziellen Zusammenbruch des Vatikans, der von rückläufigen Einnahmen, Misswirtschaft, Korruption und internen Kämpfen belastet sei. Der 50-jährige Autor war bereits an der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente im Vatileaks-Skandal 2011 beteiligt.

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