Venedig: Viele Größen, wenige Österreicher

75. Filmfestspiele starten am 29. August mit Christoph Waltz in der Jury

Die Jubiläumsfilmfestspiele von Venedig stehen vor der Tür: Am Mittwoch startet das Festival am Lido in seine 75. Ausgabe — mit dabei zahlreiche große Namen, aber praktisch keine Österreicher, sieht man von Christoph Waltz als Jurymitglied ab. Den Auftakt macht am Mittwoch „First Man“von Damien Chazelle. Ryan Gosling spielt darin den Kanadier Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat. Es ist damit auch der erste von 21 Beiträgen im Wettbewerb, bei dem die Jury um Guillermo del Toro („Shape of Water“) am 9. September die Hauptpreise vergeben wird.

Die vierfachen Oscargewinner Ethan und Joel Coen legen mit „The Ballad of Buster Scruggs“ einen Western mit James Franco, Liam Neeson und Tom Waits vor. Auch der Franzose Jacques Audiard entschied sich für eine Westerngeschichte und schickt Joaquin Phoenix und Jake Gyllenhaal in „The Sisters Brothers“ durch Oregon. Alfonso Cuaron zeigt in „Roma“ das Mexiko seiner Kindheit.

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Der Brite Mile Leigh setzt sich in „Peterloo“mit dem Massaker 1819 in Manchester auseinander. Julian Schnabel schaut in „At Eternity’s Gate“ mit Willem Dafoe und Mads Mikkelsen auf Vincent van Goghs Zeit in Arles. Florian Henckel von Donnersmarcks „Werk ohne Autor“ ist ebenfalls das Porträt eines Künstlers (Tom Schilling). Dieser wird nach der Flucht in den Westen von den Erinnerungen an die NS-Zeit und an das SED-Regime verfolgt.

Starke Rollen für starke Frauen

Gleich mehrere Frauen können einen starken Eindruck hinterlassen: Natalie Portman („Black Swan“) gibt in „Vox Lux“ eine Sängerin, die sich zurück ins Leben kämpft, während die australische Regisseurin Jennifer Kent „The Nightingale“ eine Frau auf einen Rachefeldzug schickt. Und Luca Guadagnino besetzte sein „Suspiria“ fast ausschließlich mit Schauspielerinnen, darunter Dakota Johnson und Tilda Swinton.

Auch außer Konkurrenz bietet das Programm einige Highlights. So bringt Bradley Cooper sein Regiedebüt „A Star is Born“ nach Venedig: In dem Musical spielt Lady Gaga nicht nur die Hauptrolle, sondern schrieb außerdem einige der Songs mit. Mel Gibson ist mit Vince Vaughn in dem Actiondrama „Dragged Across Concrete“ zu sehen. Von Interesse für Österreich ist die Premiere von „Introduzione all’oscuro“ des argentinischen Regisseurs Gaston Solnicki — eine Hommage an den im Vorjahr verstorbenen Viennale-Chef Hans Hurch.

Für politischen Gesprächsstoff ist genauso gesorgt: Errol Morris traf sich für seine Dokumentation „American Dharma“ mit Steve Bannon, dem einstigen Chefstrategen von Donald Trump und Breitbart-News-Leiter.