Verbunden durch Zufälle und Gedanken

Die Kunstschaffenden im U-Hof: Gruppenausstellung „Zirkulationen“

Ausschnitt aus Andrea Lehmanns „In guter Gesellschaft“www.diekunstschaffenden.at
Ausschnitt aus Andrea Lehmanns „In guter Gesellschaft“www.diekunstschaffenden.at © Eva Hammer

Wie in einem Planetensystem umkreisen sich die vier Künstler. Magnetisch aneinandergebunden, Abstand schaffen ihre künstlerischen Positionen.

Andrea Lehmann initiierte, kuratiert, inszenierte „Zirkulationen“ (bis 28. April) in der Galerie der Kunstschaffenden im U-Hof mit Isa Riedl, Tanja Brandmayr, Reinhard Winkler und eigenen Arbeiten.

Im Raum zirkulieren philosophische Fragen auf gefühlten Bühnen, eingegrenzt durch unsichtbare Linien.

Fehler, Zufälle und Hintergründe

Lehmanns „Picassoiden“ führen in das Szenario. Auf kleinen Sockeln liegen zu winzigen Kügelchen zerknüllte Folien von Mozarttalern.

Die zufälligen Verformungen des berühmten Gesichts erscheinen auf Fotografien des sachlichen Sehers Winkler als Metalltexturen und geometrische Formen, die Lehmann wiederum zu kubistischer Malerei weiterentwickelt und in einen Dialog mit Isa Riedls „Konzept der Auflösung“ stellt.

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Um Fehler, Zufälligkeiten und deren philosophische Hintergründe dreht sich auch ein Nebeneinander von Gebäuden. Brandmayr übermalt doppelt belichtete Fotos und stellt einen Kontext zu Grenzen her.

Riedl leitet die extreme Ordentlichkeit von Einfamilienhäusern ins Unheimliche. In einem zufälligen Moment, auf einem zufälligen Ausschnitt fixiert Winkler in schwarz-weißer Schärfe das gesamte Lebensgefühl einer Arbeiterwohngegend der 1970er-Jahre.

Tanja Brandmayrs Bild- und Textfragmente „Innenraum „Lavinia“ schaffen einen Bühnenraum im Raum. Unsichtbare Linien verbinden ihre drei „Seelenbumbum“- Malerei-Bild-Objekt-Elemente. Winklers Fotoserie „Vom Nichtstun“ interveniert im Hintergrund mit der Frage nach dem Tun beim Nichtstun.

In einem rosengeblümten Vorhang entdeckte Lehmann den Stoff für ihr mehr als 20-teiliges Werk „In guter Gesellschaft“. Berühmte Frauen entwachsen den Blumen, sie schmiegen sich ins Gewebe oder gehen in Widerstand zur vorgegebenen Lieblichkeit.

Die Energie der vier sehr unterschiedlich arbeitenden Künstler zirkuliert tatsächlich im Raum.

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