Verdächtiger weist Schuld von sich

21-Jähriger war mit Schusswaffen in Moschee bei Oslo eingedrungen

Alle Vorwürfe zurückgewiesen: Der terrorverdächtige Philip M. mit seiner Anwältin vor dem Osloer Gericht.
Alle Vorwürfe zurückgewiesen: Der terrorverdächtige Philip M. mit seiner Anwältin vor dem Osloer Gericht. © AFP/Scanpix

Der am Samstag mit zwei Schusswaffen in eine Moschee in Bärum bei Oslo eingedrungene, von einem Besucher des Gotteshauses aber überwältigte mutmaßliche Rechtsextremist Philip M. hat am Montag nach Angaben seiner Anwältin alle Vorwürfe zurückgewiesen. Die Polizei hat einen offiziellen Terrorismusverdacht gegen den 21-Jährigen erhoben.

Er wird zudem verdächtigt, vor dem Angriff auf die Moschee seine 17-jährige Stiefschwester getötet zu haben. Ihre Leiche wurde in seiner Wohnung gefunden. Medienberichten zufolge war sie chinesischer Herkunft und von der aktuellen Partnerin des Vaters adoptiert worden. Richter Sven Olav Solberg verhängte bis zu vier Wochen U-Haft mit Brief- und Besuchsverbot, die ersten beiden Wochen davon in vollständiger Isolation.

Norwegische Medien berichteten unterdessen über Äußerungen von Nachbarn und Bekannten des Verdächtigen, die diesen als ausgeglichenen Menschen beschrieben. Er soll jedoch „sehr religiös“ geworden sein und zunehmend rechtsextreme Einstellungen angenommen haben.

Nach Berichten norwegischer Medien stellte er wenige Stunden vor dem Angriff einen Text in ein Online-Forum, in dem von einem „Krieg der Rassen“ die Rede ist, der von der digitalen Welt „ins wirkliche Leben“ übertragen werden solle. Zudem soll der Verdächtige sich in dem Forum auf den Attentäter von Christchurch in Neuseeland berufen haben, der bei Angriffen auf zwei Moscheen im März 51 Menschen getötet hatte.

Wie ist Ihre Meinung?