Vergnüglicher Kampf der Geschlechter

Sommertheater Traun überzeugt mit Glattauers „Die Wunderübung“

Gabriele Deutsch, Andreas Pühringer und Alexander Knaipp (l)
Gabriele Deutsch, Andreas Pühringer und Alexander Knaipp (l) © W.Redl

In Traun serviert man als Sommertheater Daniel Glattauers „Die Wunderübung“, bei Schönwetter im stimmungsvollen Park zwischen Spinnerei und Schloss, sonst im Saal.

Das Drei-Personen-Stück, das auch schon verfilmt worden ist, zeichnet sich durch feine Klingen aus, die in den Dialogen geführt werden; diese hohe Schreibkunst beherrscht Glattauer ganz wunderbar.

Darum braucht es drei Schauspieler, die dies so ganz schnörkellos, weil darin am schärfsten auf der Bühne zur Geltung bringen können. Der Trauner Aufführung gelingt dies perfekt. So treten Gabriele Deutsch als Historikerin Joana Dorek und Andreas Puehringer als ihr Mann Valentin, ein Flugzeugtechniker, in den Kampf der Geschlechter, ausgetragen am Schauplatz Therapiestunde.

17 Jahre Ehe stehen zu Buche. Das Feuer der Leidenschaft blubberte erstmals unter Wasser beim Kennenlernen anlässlich eines Tauchgangs in Ägypten, nun ist es erloschen. In der therapeutischen Anleitung durch den, wie Valentin ihn immer nennt, „Herrn Magister“ (Alexander Knaipp) wird es wieder zum Lodern gebracht.

Katharina Bigus achtete in der Inszenierung darauf, das Publikum in einen Spiegel seiner eigenen Beziehungsgeschichten schauen zu lassen. Sie übernahm von Knaipp, nachdem der für den aus gesundheitlichen Gründen ausgefallenen Josef Forster als Therapeut in seine eigene Inszenierung einsteigen musste. Eine Komödie mit Anspruch und Exzellenz im Spiel, ein sehr vergnüglicher Abend!

Von Peter Klimitsch

Wie ist Ihre Meinung?