20 Verletzte bei Selbstmordanschlag auf Kirche in Indonesien

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Kirche im muslimisch geprägten Indonesien sind am Sonntag mindestens 20 Menschen verletzt und zwei Angreifer getötet worden. „An der Kathedrale von Makassar gab es einen Selbstmordanschlag“, sagte Sicherheitsminister Mohammad Mahfud in der Hauptstadt Jakarta. „Die zwei (Angreifer) starben“. Zum Zustand der Verletzten gab es zunächst keine näheren Informationen. Mehrere Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht.

Nach Angaben der Polizei hatten zwei Menschen auf einem Motorrad versucht, auf das Gelände der katholischen Kirche in der Stadt Makassar im Osten des Landes zu gelangen, als sich die Explosion ereignete. Ein Wachmann der Kirche hatte demnach noch versucht, die Angreifer daran zu hindern, auf das Grundstück zu gelangen.

Ein Mann, bei dem es sich um den Priester der Kirche handeln soll, sagte dem Sender Metro TV, die Explosion habe sich nach der Messe am Palmsonntag ereignet, als die Gläubigen gerade nach Hause gehen wollten.

Derzeit werde untersucht, ob vor Ort gefundene Körperteile von Attentätern oder Passanten stammten, teilte die Polizei mit. „Der Körper, den wir vor Ort gefunden haben, stammt vermutlich von dem Selbstmordattentäter“, sagte der örtliche Polizeichef. Der Sprengsatz selbst sei „von hoher Sprengkraft“ gewesen. Auf Bildern des Explosionsortes in der Hafenstadt mit rund 1,5 Millionen Einwohnern waren beschädigte Autos zu sehen. Die Polizei riegelte das Gebiet ab.

Der Präsident des Landes, Joko Widodo, verurteilte den „terroristischen Akt“ scharf. „Terrorismus ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, erklärte der Staatschef. Er rufe alle zum Kampf gegen „Terrorismus und Radikalismus“ auf, die im Widerspruch zu religiösen Werten stünden.

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Papst Franziskus rief zum Gebet für die Opfer des Anschlags auf. „Lassen Sie uns für alle Opfer von Gewalt beten, besonders für die Opfer des Anschlags vor der Kathedrale von Makassar in Indonesien heute Morgen“, sagte das Kirchenoberhaupt am Ende des Palmsonntagsgottesdienstes im Petersdom laut Kathpress.

Ein indonesischer Muslim-Rat verurteilte den Anschlag als abscheulichen Akt, der die Grundsätze einer jeden Religion verletze. Ein Christen-Verband rief die Mitglieder auf, ruhig zu bleiben und keine Angst zu haben. Von den rund 270 Millionen Einwohnern Indonesiens sind knapp 87 Prozent Muslime, etwa zehn Prozent sind Christen.

In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, verübten Extremisten in den vergangenen Jahren immer wieder Anschläge auf Kirchen. 2018 starben etwa ein Dutzend Menschen bei einem Selbstmordanschlag auf eine Kirche in Surabaya. Bei dem bisher tödlichsten Anschlag im Oktober 2002 starben auf der Insel Bali 202 Menschen bei einer Explosion vor einer Diskothek im Touristenort Kuta, mehr als 300 wurden verletzt. Traditionell folgt Indonesien einer moderaten Auslegung des Islam, allerdings gewinnen Extremisten an Gefolgschaft.

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