Red Bull mit Doppelsieg bei Ferrari-Fiasko in Baku

Verstappen kam vor seinem Teamkollegen Perez ins Ziel © APA/AFP/NATALIA KOLESNIKOVA

Es läuft weiter für Titelverteidiger Max Verstappen in dieser Formel-1-Saison. Am Sonntag gewann der Niederländer vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Sergio Perez aus Mexiko und dem britischen Mercedes-Piloten George Russell den Großen Preis von Aserbaidschan. Für Ferrari setzte sich die Pannenserie nahtlos fort: Charles Leclerc machte vor Hälfte der Renndistanz in Baku ein Motorschaden einen Strich durch die Rechnung, Carlos Sainz schied wegen eines mechanischen Problems aus.

Nach dem Ausfall von Leclerc, der zu diesem Zeitpunkt führte, kontrollierte Verstappen das Rennen und holte schließlich überlegen seinen fünften Sieg in dieser Saison sowie seinen insgesamt 25. Karriere-Erfolg. Damit schloss er zu Österreichs Grand-Prix-Legende Niki Lauda und Jim Clark auf. In der WM-Wertung hängte der 24-Jährige Leclerc ab und führt nun 21 Punkte vor Perez, der neuer Zweiter ist.

„War das ein gutes Rennen, oder war das ein gutes Rennen?“, fragte Verstappen rhetorisch. „Wir hatten dieses Mal eine unglaubliche Pace im Auto. Alles in allem bin ich wirklich zufrieden damit wie die Balance im Auto war.“ Perez sagte: „Hier einen Doppelsieg zu holen, ist einfach ein tolles Ergebnis.“ Nach Imola und Barcelona war es der dritte Doppelsieg für den Austro-Rennstall im Jahr 2022. „Wir haben gesehen, was wir eigentlich eh immer vermutet haben, dass wir im Renntrimm die absolut schnellsten sind“, erklärte Red Bulls Motorsport-Konsulent Helmut Marko auf ServusTV.

Perez hatte Pole-Position-Mann Leclerc am Start überholt, der Monegasse musste dann mit Verstappen um Platz zwei kämpfen. Das Safety Car wurde virtuell erstmals aktiviert, nachdem Sainz sein Auto wegen eines defekten elektronischen Bremssystems hatte abstellen müssen. Für den Spanier war es der dritte Ausfall in dieser Saison. Diese Phase nutzte das halbe Feld – angeführt von Leclerc – für einen Reifenwechsel. Der Monegasse kam als aussichtsreicher Dritter zurück auf die Strecke.

In der 15. Runde überholte Verstappen Perez und übernahm erstmals die Führung. „No fighting“ hieß die Anweisung von der Kommandozentrale, sprich: der Mexikaner sollte keine harte Gegenwehr liefern. Mit einem langsamen Boxenstopp in der 17. Runde verlor Perez etwas Zeit und Platz zwei an Leclerc. Verstappen blieb nach seinem Stopp klar vor seinem Gefährten, als gegen Ende der 20. Runde beim führenden Leclerc die Power Unit versagte. „Problem, Problem, Motor“, rief der Pechvogel am Funk und schleppte seinen von einer Rauchwolke eingehüllten Wagen zurück an die Box.

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Seine vier Pole Positions in den vergangenen vier Rennen hat Leclerc lediglich in Miami, als er Zweiter war, in einen Podiumsplatz umgemünzt. Bei seinem Heimrennen in Monaco war er unglücklicher Vierter, dazu gesellen sich nunmehr zwei Ausfälle. Weitere schlechte Nachrichten für Ferrari an diesem Tag: mit Zhou Guanyu (Alfa Romeo) und Kevin Magnussen (Haas) schieden zwei weitere Fahrer mit Ferrari-Motor im Auto aus.

„Es schmerzt, wir müssen uns das wirklich genau anschauen, damit es nicht wieder vorkommt. Ich finde echt nicht die richtigen Worte, um das zu beschreiben“, sagte Leclerc anschließend. „Es ist sehr, sehr enttäuschend. Wir waren schnell und hatten in der ersten Phase der Saison keine besonders großen Probleme. Jetzt schaut es so aus, als ob wir etwas mehr davon haben, obwohl wir keine massiven Veränderungen vorgenommen haben.“ Im Gesamtklassement fiel er auf Platz drei zurück und hat jetzt 34 Zähler Rückstand auf Verstappen.

Für Russell war es der dritte Podestplatz in diesem Jahr, sein mit Rückenschmerzen kämpfender Stallgefährte Lewis Hamilton holte im enorm standfesten Mercedes den vierten Platz. „Ich war kurz davor zu stoppen, weil der Schmerz da war“, sagte Hamilton. Aufmunternde Worte und Gratulation gab es dafür von Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der den aktuellen W13 als „Scheißkübel“ bezeichnete. Hamilton wurde von den Fans zum „Fahrer des Tages“ gewählt.

Pierre Gasly schaffte im AlphaTauri als Fünfter sein bestes Saisonergebnis, das gleiche gelang dem Sechsten Sebastian Vettel im Aston Martin. Alpine-Routinier Fernando Alonso, das McLaren-Duo Daniel Ricciardo und Lando Norris sowie Esteban Ocon im zweiten Alpine komplettierten die Top Ten.

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