Vertauschte Rollen bei Shakespeare

    Nicola Ségur-Cabanac spielt am (Au)See ihrer Eltern in „Zwei Haare auf der Brust“

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    Die Schauspieler des Open House Theatre stellen die Geschlechterrollen auf den Kopf.
    Die Schauspieler des Open House Theatre stellen die Geschlechterrollen auf den Kopf. © Open House Theatre/Tom Fanning

    Von Astrid Braun

    Nicola Ségur-Cabanac ist Schauspielerin des Wiener Open House Theatre, einem Verein der mit professionellen Theaterproduktionen ein öffentliches Publikum, insbesondere Kinder, Schüler und Studenten, ansprechen möchte. Dabei steht die Förderung von interkulturellem Verständnis und eine Auseinandersetzung mit aktuellen Themen im Zentrum. Nicola betont nicht gerne, dass sie adeliger Abstammung ist. Ihren Eltern, Christa und Andreas Ségur-Cabanac, gehört der Ausee in Asten. Und dort bringt das Open House Theatre heuer zum zweiten Mal ein Shakespeare-Stück auf die Bühne: Am 30. Juli (19.30 Uhr) feiert „Zwei Haare auf der Brust“, eine Komödie bearbeitet von Maria Lohn, Premiere. „Etwas Kulturelles am See zu machen, diese Idee gab es in meiner Familie schon vor Generationen“, erzählt Nicola Ségur-Cabanac, die in die Rolle der Madame Thuria schlüpft. Im Vorjahr war die Produktion „Viel Lärm um nichts“ von Erfolg gekrönt. „Die Resonanz war besser als erhofft. Wenn das Wetter schön war, hatten wir immer 70 bis 80 Zuschauer“, so Nicola Ségur-Cabanac.

    Erst baden, dann Theater

    Im heurigen Stück verlassen zwei Damen aus reichem Hause, Valentina und Diana, Verona, um am Hof der Gräfin von Mailand ihr Glück zu versuchen. Dort verlieben sich beide in den selben jungen Mann, Silvius, Sohn der Gräfin. Dieser wurde allerdings schon der reichen Madame Thuria versprochen. Nachdem sich Valentina und Silvius ewige Liebe schwören, versuchen sie heimlich zu heiraten …

    Shakespeares Original steht auf dem Kopf: „Wir drehen die Geschlechter aller Charaktere um, alle männlichen Charaktere werden in weibliche umgewandelt und umgekehrt“, verrät Nicola Ségur-Cabanac. Und so kommt es, dass ein Mann im Turm eingesperrt werden muss, um ihn vor den lüsternen Blicken der Frauen zu schützen oder, dass Julius sich auf seinen Reisen als Sabrina verkleidet, um nicht von wilden Frauen vergewaltigt zu werden.

    Das Ticket beinhaltet übrigens freien Eintritt zum Badesee. So steht dem kulturellen Vergnügen, dort wo normal der Wasserskisport das Sagen hat, nichts im Wege. Es herrscht freie Platzwahl, Decken, Handtücher oder Klappstühle sind mitzubringen. Während der Vorstellung darf auch gepicknickt werden.

    Vorstellungen bis 16. August, Karten: www.openhousetheatre.at