Vertrauensindex gut für Polizei, schlecht für Politik

Polizei genießt weiter viel Verrauen © APA/THEMENBILD/EXPA/ JOHANN GRODER

Während die Image-Werte der Politiker in den Keller rasseln, ist die Reputation der Institutionen in Österreich weiter eine gute. Das zeigt der aktuelle APA/OGM-Vertrauensindex. Einzig politische Ebenen wie Bundesregierung, Parlament und Landesregierungen mussten im Vergleich zur Vorjahreserhebung deutliche Einbußen hinnehmen. Stabil an der Spitze steht die Polizei vor dem Bundesheer, das deutlich an Anerkennung gewonnen hat.

Der Vertrauensindex funktioniert derart, dass (in dem Fall bei 933 Personen) abgefragt wird, ob man einer Institution vertraut oder eben nicht. Der Saldo daraus ergibt bei der Polizei einen Wert von plus 55 und beim Bundesheer von plus 52. Dahinter folgt die Arbeiterkammer mit 50. Alle drei können dabei gegenüber dem Juli 2021 einen Image-Gewinn verzeichnen, am stärksten das Heer mit einem Plus von 20, was OGM-Chef Wolfgang Bachmayer im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine sieht. Ministerin Klaudia Tanner (ÖVP) freute sich jedenfalls: „Vor mehr als zehn Jahren wollte man das Österreichische Bundesheer abschaffen, jetzt liegt es im Vertrauen weit oben, und das mehr als verdient“, meinte sie in einer Aussendung – und nützte die Gelegenheit, um auf einen zügigen und guten Abschluss der gerade laufenden Budgetverhandlungen zu drängen.

Auf den Plätzen vier bis sieben folgen Universitäten, Verfassungsgerichtshof, Rechnungshof, Schulen – und schließlich auf Platz 8 der Bundespräsident. Das Amt in der Hofburg ist von der allgemein negativen Stimmung gegenüber Politikern nicht ausgenommen. Der aktuelle Saldo von 32 liegt deutlich unter den 41 vom Vorjahr, wobei hier Bachmayer schon erste Auswirkungen des Hofburg-Wahlkampfs sieht. Dennoch genießt der Bundespräsident ungleich mehr Ansehen als Landesregierungen und Bundesregierung. Erstere stürzen von plus 14 auf minus zwei ab. Die Bundesregierung fällt gar von minus 17 auf minus 34, womit man am letzten Platz der 31 Institutionen umfassenden Liste steht, und damit auch deutlich hinter der Opposition, die ein Saldo von minus elf hat.

Vor einem Jahr hatten die letzte Position noch Versicherungsunternehmen inne. Diese haben aber mittlerweile auch die redaktionellen Medien überholt, die mit einem Wert von minus 31 am vorletzten Rang liegen. Eine Ausnahme im politischen Feld gibt es. Der Gemeindepolitik in Österreich vertraut man weiterhin. Hier gab es sogar ein minimales Plus auf den Wert von plus 22.

Ob es mit der Vorarlberger Wirtschaftsbund-Affäre zu tun hat, weiß man nicht, aber im Gegensatz zur Arbeitnehmer-Vertretung hat die Wirtschaftskammer heuer einen gehörigen Absturz hingelegt. Das Vertrauen in sie sackte von plus zwölf auf minus eins ab. Die Industriellenvereinigung liegt mit minus 16 freilich noch deutlich schlechter.

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Wenig Einfluss hatten die Debatten um die Justiz auf deren Image. Nach plus neun im Vorjahr hat man sich sogar auf plus zwölf gesteigert.

Die katholische Kirche wird indes ihren aktuell mäßigen Ruf nicht los und rangiert mit minus 27 gerade noch knapp vor den Versicherungsunternehmen. Ebenfalls deutlich Vertrauen abgebaut hat die EU, die von minus fünf auf minus 18 abfiel. Bachmayer meint hier einen Zusammenhang mit der Uneinigkeit in Sachen Russland-Sanktionen zu erkennen.

Der OGM-Chef sieht das Ergebnis insgesamt aber durchaus als positiv. Zwei Drittel der abgefragten Institutionen erreichten nämlich positive Vertrauenswerte.

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