Verwüstung übersteigt jede Vorstellungskraft

Niederländischer König über Hurrikan-Schäden in der Karibik entsetzt

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Der niederländische König Willem-Alexander machte sich gestern selbst ein Bild von den Zerstörungen durch „Irma“ auf der Karibikinsel Sint Maarten.
Der niederländische König Willem-Alexander machte sich gestern selbst ein Bild von den Zerstörungen durch „Irma“ auf der Karibikinsel Sint Maarten. © AFP/ANP/Jannink

TAMPA/ARUBA – „Irma“ hat sich über dem US-Festland abgeschwächt – in der Karibik wurde deutlich, welch immense Verwüstungen der Sturm hinterlassen hat. „Das übersteigt alle Vorstellungskraft“, sagte der niederländische König Willem-Alexander am Dienstag im karibischen Sint Maarten: „So etwas habe ich noch nie gesehen. Und ich habe ziemlich viel Natur- und Kriegsgewalt gesehen.“ Einige Gegenden gelten nun als unbewohnbar.

Als Hurrikan der höchsten Stufe war „Irma“ vor knapp einer Woche mit 300 km/h über die niederländisch-französische Insel gezogen. Insgesamt kamen in der Region mindestens 48 Menschen ums Leben.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begann seinen Krisenbesuch in Pointe-a-Pitre auf der Karibikinsel Guadeloupe und wollte auch Saint-Martin und Saint-Barthelemy aufsuchen. Nach wachsender Kritik an den Hilfsmaßnahmen der Londoner Regierung kündigte Großbritanniens Außenminister Boris Johnson ebenfalls an, in die Karibik zu reisen. „Irma“ hatte auch britische Überseegebiete verwüstet.

Sturm brachte viel Regen

Nachdem der Sturm den US-Bundesstaat Florida hinter sich gelassen hatte, bewegte sich „Irma“ in der Nacht auf Dienstag an der Grenze der Nachbarbundesstaaten Alabama und Georgia nach Nordwesten und könnte sich bald auflösen. „Irma“ schwächte sich am Montagabend bereits zu einem tropischen Tief ab, brachte aber weiterhin starken Regen, heftigen Wind und Überschwemmungen in den Bundesstaaten Georgia und South Carolina.

16 Millionen ohne Strom

In Florida sind Medienberichten zufolge 15 Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Auch im nördlichen Nachbarstaat Georgia hätten fast eine Million Menschen keine Elektrizität, berichtete die US-Zeitung „USA Today“. Die Zeitung „The Washington Post“ sprach von Stromausfällen in bisher beispiellosem Ausmaß. Mindestens 54 Prozent der Häuser und Unternehmen in Florida seien am frühen Dienstag ohne Strom gewesen.