Video Assistant Referee: Gerechter, aber nicht fehlerlos

Bundesliga: Vorbereitungen für Video Assistant Referee in Endphase

Ab der kommenden Saison werden Österreichs Schiedsrichter in der höchsten Spielklasse wie Christopher Jäger (im Bild/r.) vom Video Assistant Referee unterstützt.
Ab der kommenden Saison werden Österreichs Schiedsrichter in der höchsten Spielklasse wie Christopher Jäger (im Bild/r.) vom Video Assistant Referee unterstützt. © APA/Neubauer

„Die ‘Irren ist menschlich’-Geschichte kann ich mittlerweile nicht mehr hören“, ärgerte sich Rapid-Coach Dietmar Kühbauer nach der durch einen falschen Elferpfiff besiegelte 1:2-Heimniederlage gegen Wolfsberg.

Auch im Lager des LASK war der Frust ob zweier umstrittener Elfer beim 3:3 gegen WSG Tirol groß: „Ich weiß, dass der ÖFB extrem viel in die Trainerausbildung investiert hat und sehr viel Geld in die Hand genommen hat, um das zu professionalisieren. Ein nächster überlegenswerter Schritt“ wäre es, auch im Schiedsrichterwesen das Niveau zu heben“, erklärte Coach Dominik Thalhammer.

Immerhin: Mit der Saison 2021/22 wird auch in Österreichs höchster Spielklasse endlich der Video Assistant Referee (VAR) eingeführt. Die durch die Corona-Pandemie um ein halbes Jahr verzögerten Vorbereitungen befinden sich in der Endphase. Ein paar Eckdaten:

Derzeit werden die letzten Schulungen abgehalten.

Das Personal besteht vorerst aus den aktuellen Bundesliga-Schiedsrichtern, künftig können aber auch Referees, die altersbedingt ihre Karriere beenden müssen, zum Einsatz kommen.

Das Büro für die zentrale Abwicklung in Wien, das sich im Gegensatz zu Deutschland nicht in einem Keller befindet, ist angemietet.

Die Technologie kommt von Hawk-Eye, ein aus dem Tennis bekannte Anbieter.

Die Implementierungskosten von einer Million Euro übernimmt der Fußball-Bund (ÖFB), die laufenden Ausgaben betragen pro Saison 1,5 Millionen Euro und wird vom TV-Geld abgezweigt.

Klar ist aber auch: Der Fußball wird durch den VAR sicher gerechter, die krassen Fehlentscheidungen werden weniger. Aber weil der VAR nur „nach klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen“ eingreifen darf, wird es auch weiterhin die eine oder andere diskutable Entscheidung geben.

Von Roland Korntner

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