Viel größer gedacht, als eine Krise

Wunderkammer Oberösterreich mit Steinen, die uns die Zukunft weisen

Im OÖ Kulturquartier zieht die „Wunderkammer“ die Besucher ganz in ihren Bann.
Im OÖ Kulturquartier zieht die „Wunderkammer“ die Besucher ganz in ihren Bann. © Otto Saxinger

Jetzt gibt es wieder Kultur und dann Steine? Seien Sie ruhig verwundert, aber lassen Sie sich darauf ein. Dieser wirklich wohlgemeinte Hinweis gehört zur aktuellen Schau im Offenen Kulturhaus (OK) im OÖ Kulturquartier.

Es ist der dritte Teil der Ausstellungsserie „Wunderkammer Oberösterreich“, der das Museumsleben in Linz wieder mitauferstehen lässt. Der Titel „Bunte Steine — was bleibt“ wendet sich einem großen Oberösterreicher zu. Bei diesem grundsätzlichen Gedanken an Adalbert Stifter bleibt es jedoch, umgesetzt hat die Idee von Martin Heller und Julia Stoff Künstler Christoph Mayer chm. in Zusammenarbeit mit Andreas Hagelüken. Bis 28. März bei freiem Eintritt, Besucher werden ersucht, sich online anzumelden (ooekulturquartier.at/wunderkammer).

Was Steine so alles gesehen und erlebt haben, wohin sie diese Welt noch bringen wird — Gedanken, die die Basis dieses ganz besonderen Erlebnisses der Wunderkammer bilden. Physisch erledigt das geschredderter Asphalt einer Linzer Straßenkreuzung. Er bildet Unter- und Hintergrund auf dem Weg durch einen dunklen Raum, den der Besucher mit Stimmen aus dem Kopfhörer durchwandert, verweilt, lauscht, erkennt, berührt und sich mehr und mehr entfernt von allem, was da draußen passiert.

Die Corona-Pandemie sei im Konzept nicht Thema gewesen, aber die Ausstellung wäre vor eineinhalb Jahren wohl ganz anders rezipiert worden, ist sich Stoff sicher. „Es wird viel größer gedacht, als nur in einer Krise“, betont Christoph Mayer chm. Und genau das passiert mit dem Besucher: er geht über die Dinge hinaus, die Audio-Gedankenfetzen, die ihn begleiten, regen das eigene Gehirn an. Der Blick auf die ausgewählten Steine weckt eine ungeheure Konzentration, man lässt sich fallen.

Ein Meteorit, ein Bergkristall, Granit … Worte von Historikern, Klimaaktivisten, Psychologen, Kindern und Astronauten, dazwischen das eigene Spiegelbild in den Plexiglaswänden und die Hand auf Kalk ruhend, forschend.

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Welche Fragen haben Sie? Wie sieht die Zukunft der Steine aus, wie unsere? Wie weit nach vorne können wir uns wagen mit unseren Gedanken? Was heißt Zukunft? „Weitermachen“, sagt Prähistorikerin Jutta Leskovar in meinem Kopfhörer und meint längst vergangene Zeiten?

Von Mariella Moshammer

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