Viel Grün schützt gegen Hitze in der Stadt

2018 war es im oö. Zentralraum zu trocken und zu heiß

LINZ – Viel zu heiß und viel zu trocken war das heurige Jahr bisher – der August lag sogar um 4,2 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel, das übrige Jahr um 2,5 Grad. Im oberösterreichischen Zentralraum, Inn-, Hausruck- und Mühlviertel fiel nur die Hälfte des normalen Niederschlags, im restlichen Oberösterreich waren es 71 Prozent. Dennoch geht der August mit 21,4 Grad im Mittel nur als Drittwärmster nach 2003 und 2015 in der 252-jährigen Messgeschichte ein, bilanzierte am Donnerstag Umwelt-Landesrat Rudi Anschober. Die Juli- und Augusttage haben den Gletschern stark zugesetzt, wobei heuer weniger Eis, aber zu Sommerbeginn mehr Schnee weggeschmolzen sei.

Erkenntnisse aus Linz für EU-Projekt

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Mit der Hitze in der Stadt setzt sich auch Linz im Rahmen des EU-Projekts „Clarity“ auseinander. Neben der oö. Landeshauptstadt nehmen Neapel (Italien) und zwei schwedische Städte an der Analyse der Wetterphänomene infolge der Klimaerwärmung teil. Die Erkenntnisse der einzelnen Forschungen – etwa welchen Kühlungseffekt Dach- und Fassadenbegrünungen auf die Hitze in der Stadt haben –, sollen in ein anwenderfreund- liches Internet-Portal als „Klima-Service“ fließen. Konkret sehen sich die Umwelt-Experten der Stadt die Situation im Bereich St. Magdalena, wo vor allem in der Nacht die Haselgrabenwinde für die Belüftung der Landeshauptstadt sorgen, die Auswirkungen durch die starke Bebauung in der Innenstadt bis zum Hauptbahnhof, die Grüne Mitte (Frankviertel) und das ehemalige Kasernenareal in Ebelsberg an.

Grundsätzlich kann jeder einzelne Stadtbewohner mit der Begrünung seines Balkons oder der Fensterbänke viel zum Hitzeschutz beitragen, betont Umwelt-Stadträtin Eva Schobesberger. Öffentliche Grünflächen und Parkanlagen, aber auch begrünte Dächer- und Fassaden sowie helle Häuseranstriche wirkten kühlend.