Viele beantragen Wohnbeihilfe nicht

AKOÖ fordert Vereinfachung — OÖVP und FPÖ mit Regelungen zufrieden

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Aufgrund steigender Wohnkosten hat die Arbeiterkammer OÖ beim Europäischen Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung eine Studie zur oö. Wohnbeihilfe in Auftrag gegeben.

„Rund ein Drittel der anspruchsberechtigten Haushalte in Oberösterreich beantragt die Wohnbeihilfe nicht“, fasst Studienautor Michael Fuchs das Ergebnis zusammen.

Die häufigsten Hürden seien Informationsdefizite, der Antragsprozess, administrative Kosten (Bereitstellen von Dokumenten, Wartezeiten, …), Sprachbarrieren sowie soziale und psychologische Kosten inklusive etwaiger Stigmatisierungseffekte.

„Die Wohnbeihilfe ist ein gutes Mittel, um das Wohnen für Menschen mit wenig Einkommen leistbarer zu machen“, fordert AK-Präsident Johann Kalliauer daher Gegenmaßnahmen, etwa die Verbesserung des Zugangs zur Wohnbeihilfe durch mehr und leicht verständliche Information auch auf regionaler Ebene, z. B. durch mehrsprachige Broschüren oder den Entfall oder eine Anhebung des mit 300 Euro pro Monat begrenzten Wohnbeihilfen-Deckels.

„Keine Sozialleistung“

Die Wohnbeihilfe sei keine Sozialleistung, sondern ein abrufbarer Zuschuss aus Mitteln der Wohnbauförderung mit dem Ziel, den Wohnaufwand auf ein mit Familieneinkommen und Haushaltsgröße in Einklang stehendes Maß zu setzen. Die Anspruchsvoraussetzungen seien ebenso klar geregelt, wie die Berechnung und das Antragsverfahren.

„Die Unterstützungsleistung zu beantragen, ist als Mindestmaß der Eigenverantwortung für Jede und Jeden zumutbar“, reagierte OÖVP-Wohnbausprecher Wolfgang Hattmannsdorfer. „Indem wir von Migranten Anstrengungen fürs Zusammenleben und auch Deutschkenntnisse fordern, ist die Basis für finanzielle Selbsterhaltung und Eingliederung in unsere Gesellschaft gelegt.“.

Für FPÖ-Wohnbausprecher Klubobmann Herwig Mahr ist das oö. Beihilfensystem ein Erfolgsmodell: „Erst kürzlich gelang es etwa, die Wohnbeihilfe für oö. Mehrpersonenhaushalte spürbar zu erhöhen.“

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