Viele Tote nach Überschwemmungen in Afghanistan befürchtet

Im Osten Afghanistans werden nach Überschwemmungen hohe Opferzahlen befürchtet. Nach Sturzfluten in der Nacht auf Donnerstag im Bezirk Kamdesch der Provinz Nuristan seien mindestens 35 Leichen geborgen worden, sagte der Chef des Provinzrats. Die Zahl der Opfer könnte auf 150 oder mehr steigen, sagte er weiter. Ein Sprecher der nationalen Katastrophenschutzbehörde sagte, ersten Informationen zufolge seien mindestens 100 Menschen verletzt oder getötet wurden.

Die beiden Behördenvertreter sagten weiter, dass zwischen 60 und 80 Häuser teils oder komplett sowie zwei Autobrücken durch die Fluten zerstört worden seien. Menschen aus den Nachbardörfern würden nun nach weiteren Opfern suchen. Das Gebiet werde von den Taliban kontrolliert und Regierungsvertreter hätten keinen Zutritt. Man versuche nun, durch Verhandlungen über neutrale Organisationen Hilfe zu schicken.

In Afghanistan kommen immer wieder bei Sturzfluten Dutzende Menschen ums Leben. Besonders schwere Überschwemmungen hatte es im August des Vorjahres gegeben. Binnen weniger Tage starben mehr als 150 Menschen in 13 von Fluten betroffenen Provinzen.

Laut der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) haben der jahrzehntelange Konflikt im Land, eine anhaltende Zerstörung der Umwelt und unzureichende Strategien zur Katastrophenvorsorge dazu beigetragen, dass Afghanen immer schwerer unter plötzlichen Naturkatastrophen leiden. Im Durchschnitt seien jedes Jahr 200 000 Menschen in dem kriegszerrissenen Land von Naturkatastrophen betroffen.

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