Vielsprachige Einhandtastatur

Nach vier Jahren Entwicklungsarbeit soll Mitte Dezember eine neue Einhandtastatur auf den Markt kommen, die der Niederösterreicher Matthaeus Drory mit Partnerfirmen entwickelt hat. Sie ist nicht nur für Menschen mit Behinderung geeignet, sondern kann von jedermann benützt werden – egal, ob Links- oder Rechtshänder.

Mitte Dezember kommt TiPY, die Einhand- tastatur für den Computer auf den Markt. Entwickelt hat sie ein Niederösterreicher, der effizienter arbeiten wollte, aber rasch realisierte, dass sein Produkt vor allem auch für Menschen mit Handicap eine wertvolle Erfindung ist.

Seit vier Jahren arbeitet der Niederösterreicher Matthaeus Drory mit Design- und Elektronikprofis an der Umsetzung. Die patentierte Einhandtastatur kann bereits zwölf Sprachen und wurde neben Interessenten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz von Kunden aus Australien, Kalifornien oder dem Arabischen Raum nachgefragt.

Auch Südkoreaner waren bereits bei der Produktpräsentation auf der Rehacare in Düsseldorf sehr interessiert, wiewohl die Tastatur derzeit noch nicht koreanisch „spricht“. Die Erfindung, die um 160 Euro netto im Online-Shop und ab nächstem Jahr bei Amazone Prime um 180 Euro netto bestellt werden kann, hat auch beim Unikate-Wettbewerb überzeugt. Drory gewann 2017 den Preis, der von der Uniqa-Stiftung, dem Österreichischen Behindertenrat und dem Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der TU Wien ausgelobt wird.

„Mir ging es darum, eine Tastatur zu entwickeln, die so simpel ist wie ein Bleistift“, erzählt der Erfinder im Gespräch mit dem VOLKSBLATT: „Barrierefreiheit geht in alle Richtungen, daher kann die Tastatur sowohl mit der linken als auch mit der rechten Hand bedient werden, es muss nur das ergonomische Handballenkissen (Handpad) gedreht werden. Und die Tastatur ist für alle Familienmitglieder gleichwertig bedienbar.“

TiPY ermöglicht mit einem neuen Tastenkonzept und einer integrierten Maus-Funktion die Bearbeitung aller Programme, inklusive Tastenkombinationen, komplexe Tabellen, und eine vollständige Textverarbeitung. In sein „Baby“ hat Drory bisher rund 800.000 Euro Entwicklungskosten gesteckt.

Smartphone-Tastatur für Blinde

Auch für Blinde- und Sehbehinderte gibt es eine technologische Neuerung. Forscher der TU Wien haben eine Vorrichtung entwickelt, die auf der Rückseite des Handys befestigt werden kann. Geübte Braille-Tipper schaffen damit rund 20 Wörter pro Minute. Das Braille-Keyboard „Oskar“ folgt einem System mit acht Tasten, auf das auch herkömmliche Spezialtastaturen für sehbehinderte Menschen setzen. „Ähnlich wie man am Klavier mit mehreren Fingern gleichzeitig einen Akkord spielt, produziert man einen Buchstaben, indem man die entsprechenden Tasten gleichzeitig drückt“, erklärt Entwickler Johannes Streika-Petz. Sie wurde kürzlich mit dem „Wissenschaftspreis Inklusion durch Naturwissenschaften und Technik“ (Wintec) ausgezeichnet.

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