Vier Endspiele, aber alles in eigener Hand

ÖFB-Teamchef Foda mit zehn Punkten aus vier Spielen und Ausgangsposition zufrieden

FUSSBALL-EM-QUALIFIKATION: POLEN - STERREICH

Von Roland Korntner

„Wir sind froh, es ist kein schlechter Punkt“, erklärte etwa Flügelflitzer Valentino Lazaro. „Wir hätten gewinnen können. Wir sind aber mit dem Punkt zufrieden, weil es nicht leicht ist in Polen zu spielen“, ergänzte Marko Arnauotvic. Der Stürmer hatte es freilich mehrmals vor Augen gehabt, Österreich beim Tabellenführer der Gruppe G in Führung zu schießen. Der China-Legionär traf unter anderem per Kopf die Latte (10.) und hatte drei weitere Top-Chancen auf dem Fuß (4./49., 66.).

Auch Lazaro, Sabitzer oder Laimer kamen in guten Positionen zum Abschluss, während die Hausherren nur zwei Kopfballchancen durch Lewandowski (29.) und Glik (31.) vorfanden. Auch beim Ballbesitz hatte die ÖFB-Equipe mit über 60 Prozent die Nase vorne. „Wir waren über 90 Minuten überlegen und die aktivere Truppe“, sprach Teamchef Franco Foda seiner Mannschaft ein Kompliment aus und dass man den Sieg eigentlich verdient gehabt hätte.

Die gezeigte Leistung stimmt den Deutschen für den weiteren Verlauf der EM-Qualifikation aber sehr zuversichtlich. Aus mehreren Gründen:

Die Ausgangsposition: „Wir haben es in der eigenen Hand, das ist das Wichtigste.“ Dem Rückfall auf Platz drei der Tabelle maß er keine Bedeutung zu.

„Müssen einfach so weiterspielen“

Die Formkurve: Nach den Pleiten in den ersten beiden Matches gegen Polen (0:1) und in Israel (2:4) holte das ÖFB-Team in den nächsten vier Matches zehn Zähler. „Wir müssen nicht nach links und rechts schauen, sondern einfach so weiterspielen, wie wir das in den letzten vier Spielen gemacht haben.“

Der Reifeprozess: Die Mannschaft habe bewiesen, mit Druck umgehen zu können und sei gereift und stabiler geworden, so Foda. „Ich glaube, so ein Spiel (wie gegen Polen/Anm.) hätten wir vielleicht vor ein paar Monaten noch verloren“, meinte der 53-Jährige.

Die personelle Ressourcen: ‘Cican Stankovic hat als neue Nummer eins eine gute Figur, Konrad Laimer den Ausfall von Xaver Schlager vergessen gemacht. Stefan Posch ersetzte Martin Hinteregger in der Innenverteidigung optimal. „Er hat gespielt, wie ein alter Hase“, lobte Foda den 22-Jährigen von Hoffenheim. Zudem scheint Marcel Sabitzer endlich seine Form von Leipzig auch im ÖFB-Team zeigen zu können.

Fodas Fazit: „Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg. Der Punkt kann am Ende des Tages sehr, sehr wichtig sein.“ Ihm ist aber auch klar: „Jetzt gibt es noch vier Finalspiele.“ Gegen Israel, Slowenien, Nordmazedonien und Lettland.

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