Vier Regionen in Italien zur “roten Zone” erklärt

Vier italienische Regionen sind am Mittwoch aufgrund hoher Corona-Infektionszahlen zur “roten Zone” erklärt worden. In der Lombardei, im Piemont, im Aostatal und in Kalabrien gelten daher ab Freitag strenge Restriktionen, die bis zum 3. Dezember in Kraft bleiben werden. Die Zahl der Neuinfektionen stieg innerhalb von 24 Stunden von 28.244 auf 30.550. Auch gab es 352 Todesfälle.

Regierungschef Giuseppe Conte stellte die neuen Maßnahmen am Mittwochabend vor. Dabei verteidigte Conte seinen Beschluss, das Prinzip von drei Risikozonen einzuführen. Mit regional gezielten Maßnahmen wolle die Regierung Italien einen gesamtstaatlichen Lockdown wie im März und April ersparen.

In den roten Zonen mit sehr hohem Corona-Risiko gehen die Verbote am weitesten. So dürfen Bürger nur aus beruflichen und aus dringenden gesundheitlichen Gründen das Haus, sowie ihr Wohnort verlassen. Die Bürger dürfen auch nicht in andere Regionen reisen. Geschäfte werden ganz geschlossen bleiben. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelläden, Apotheken, Zeitungskioske und Friseure. Lokale bleiben geschlossen, erlaubt sind lediglich Liefer- und Take Away-Dienste bis 22 Uhr. Außerdem sollen auch einige jüngere Schüler nur per Internet lernen.

Eingeführt werden auch orange und gelbe Regionen, in denen die Maßnahmen weniger restriktiv sind. Zu den “gelben” Regionen zählt auch Trentino Südtirol. Italienweit gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr. Museen, Ausstellungen und Bibliotheken werden geschlossen. Homeoffice wird ausgedehnt. Zur Festlegung der Zonen wurden circa 20 Kriterien berücksichtigt, darunter die Infektionszahlen. Außerdem soll die Belastung und Qualität des Gesundheitssystems eine Rolle spielen.

Die USA verzeichneten am Dienstag – dem Tag der Wahl – mit mehr als 91.000 Corona-Neuinfektionen den bisher zweithöchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Mittwoch hervor. Der davor höchste Wert war am Freitag registriert worden, als mehr als 99.000 Ansteckungen registriert wurden. In den USA sind bisher mehr als 232.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

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Indes hat die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Polen erstmals die Marke von 24.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 24.692 neue Fälle hinzu, die meisten davon (rund 3.952) in der Region Großpolen im Westen das Landes, wie das polnische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 373 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus – so viele wie noch nie zuvor.

Polen reagierte auf die Corona-Infektionszahlen mit einem erneuten Teil-Lockdown. “Die Pandemie wird immer schlimmer, deshalb müssen wir entschlossen reagieren”, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Mittwoch bei einer virtuellen Pressekonferenz. Sollten die Beschränkungen keine Wirkung zeigen, müsse “in einer Woche, in zehn Tagen” eine “landesweite Quarantäne” verhängt werden, erklärte Morawiecki. “Das wird sehr schmerzhaft sein.”

Ab Samstag müssen jetzt erst einmal die meisten Geschäfte in Einkaufszentren schließen. Nur Supermärkte, Apotheken und Friseursalons dürfen offen bleiben. Auch Kinos, Theater und Galerien werden geschlossen. Hotels dürfen nur noch Geschäftsreisende beherbergen. Nachdem bereits ältere Schüler und Studenten auf Fernunterricht umsteigen mussten, ordnete die Regierung dies nun auch für die Klassen eins bis drei an.

Auch in Deutschland bleiben die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter hoch: Innerhalb eines Tages sind 17.214 neue Fälle an das staatliche Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet worden. Die Zahl der registrierten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg in dem 83-Millionen-Einwohner-Land um 151 auf insgesamt 10.812.

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