„Vier von fünf Patienten auf Intensivstationen sind ungeimpft“

Corona-Experte Tilman Königswieser räumt im VOLKSBLATT-Gespräch auch mit vielen Gerüchten rund um die Covid-Impfung auf

Warum gerade in Oberösterreich das Thema Impfen trotz aller nachgewiesenen Wirksamkeit auf soviel Skepsis stößt, liegt für den ärztlichen Leiter des Salzkammergut Klinikums und Mitglied des Landes-Krisenstabes, Tilman Königswieser, nicht zuletzt auch daran, dass von verschiedenen Seiten gestreute Falschinformationen im Umlauf seien.

Obwohl der Wahrheitsgehalt oft gegen Null geht, finden die Gerüchte immer wieder offene Ohren und werden fleißig geteilt. Grund genug für Königswieser im Gespräch mit dem VOLKSBLATT hier für Klarheit zu sorgen: Etwa das sich hartnäckig haltende und immer wiederkehrende Gerücht, wonach die Impfung Unfruchtbarkeit hervorrufen könne.

Das Märchen von der Unfruchtbarkeit

„Dafür gibt es keinen einzigen Anhaltspunkt. Diese Gerüchte sind völlig an den Haaren herbeigezogen. Leider wahr und belegt ist allerdings, dass eine Infektion bei schwangeren Frauen viel häufiger einen schweren Verlauf hat als bei Nichtschwangeren. Die Gefahr von Frühgeburten steigt um 15 bis 20 Prozent, was oft schwere Folgen für die Kinder haben kann“, so Königswieser. Wichtig sei es daher auch, dass im Umfeld von Schwangeren möglichst alle geimpft sind, um die Gefahr einer Ansteckung möglichst gering zu halten.

Immer wieder wird von Impfskeptikern auch auf die Gefahr von Herzmuskelentzündungen nach einer Impfung ins Spiel gebracht. Diese seien äußerst selten, so Königsweiser.

Hier gelte es vor allem, die ärztliche Empfehlung einer zwei- oder besser viertägigen Ruhephase nach der Impfung einzuhalten. Allerdings sei auch zu bedenken: Die Gefahr daran zu erkranken, ist während einer Infektion wesentlich höher als nach einer Impfung.

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„Auch Kinder können schwer erkranken“

Was die Impfung für Kinder anbelangt, so gilt auch hier: „Die Impfung schützt auch Kinder vor einem schweren Verlauf. Gerade die Delta-Variante hat uns gezeigt, dass auch Kinder schwer an Covid erkranken und vor allem auch lange an den Folgen leiden können.“

Wie sehr die Impfung generell die Gefahr eines schweren Verlaufes reduziert, sieht man auch an der Belegung der Intensivstationen. Stand Vorwoche waren vier von fünf Patienten in den Intensivstationen ungeimpft.

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Dazu Königswieser: „Die Impfungen sind nicht nur wirksam, sondern auch sicher. Sie sind milliardenfach verwendet worden und es nicht zu erwarten, dass noch irgendwelche unbekannten Nebenwirkungen auftauchen.“

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