Vier von zehn sind übergewichtig

Adipositas: Krankheit schafft körperliche und psychische Probleme

LINZ — 3,5 Millionen Österreicher sind übergewichtig oder adipös — das sind 41 Prozent der Erwachsenen Bevölkerung. Mit zunehmendem Alter steigt auch das Auftreten, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen, vermeldet das Ordensklinikum Linz Elisabethinen zum heutigen Weltadipositastag. Und macht darauf aufmerksam, dass es sich dabei um eine chronische Erkrankung handelt, auch wenn sie in unserem Gesundheitssystem oft nicht als solche anerkannt werde.

Von Adipositas spricht man ab einem Bodymass Index (BMI) über 30. Obwohl prinzipiell ein Ungleichgewicht von aufgenommenen Nahrungsmitteln und Energieverbrauch vorliegt, ist eine Vielzahl von Faktoren für die Entstehung verantwortlich. So können unter anderem eine familiäre Veranlagung, genetische Ursachen, Depressionen oder Stoffwechselerkrankungen eine Rolle spielen. Ab einem BMI von 40 kann Adipositas die Lebenserwartung um bis zu 10 Jahre verringern. Grund dafür sind die durch die Krankheit verursachten Folgeerkrankungen. Denn dadurch sind etwa das Auftreten von Diabetes, einer Fettleber oder Bluchhochdruck dreifach erhöht. Krebserkrankungen treten doppelt so häufig auf.

Darüber hinaus ist Adipositas kein rein körperliches Problem, sondern hat massive Auswirkungen auf das seelische Befinden und das Leben in der Gemeinschaft: „Leider gibt es immer noch die weitverbreitete Meinung in der Bevölkerung, dass Adipositas auf Faulheit oder Willensschwäche zurückzuführen ist. Deshalb werden stark übergewichtige Menschen nach wie vor diskriminiert und oft auch beruflich benachteiligt,“ klärt Edith Hartman, die ärztliche Leiterin von Medikcal, dem Zentrum für ambulante Adipositastherapie der Elisabethinen, auf.

Ausstieg ist möglich

Das Zentrum bietet einen Ausweg für Adipositas-Patienten an, ein ambulantes Therapieprogramm zur kontrollierten und anhaltenden Gewichtsreduktion. Es beinhaltet proteinsubstituiertes Fasten, verhaltenstherapeutische Unterstützung sowie Ernährungsumstellung, Physiotherapie und Bewegungstraining. Mit dem Programm sei es gelungen, sowohl das Körpergewicht um durchschnittlich 27 Kilo zu reduzieren als auch Begleiterkrankungen zu lindern.

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