Virologe fürchtet: „Delta-Variante könnte uns Sommer vermiesen“

Impfbereitschaft gegen das Coronavirus ist indes stabil

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Die zuerst in Indien aufgetretene Delta-Variante des Coronavirus „scheint sich nicht an den Saisonalitätseffekt zu halten“, sagt Norbert Nowotny, Virologe der VetMed Uni Wien.

Sie sei hitzeresistenter und um 60 Prozent ansteckender als die derzeit bei uns vorherrschende Alpha-Variante, die ihren Ursprung in Großbritannien hatte. „Dieses Virus könnte uns jetzt teilweise wieder den Sommer vermiesen“, befürchtet er.

Nowotny zeigt sich sicher, dass die Dunkelziffer relativ hoch sei. Bisher wurden erst 361 Delta-Fälle in Österreich gemeldet, fünf davon in OÖ. Die Variante sei mittlerweile in Großbritannien vorherrschend und bereits in 16 Ländern vertreten. Sie habe „überall in Kontinentaleuropa Fuß gefasst und könnte sich deutlich ausbreiten“.

Die Zahlen würden derzeit jede Woche „um das Doppelte” steigen. Es gebe „ganz klare Hinweise“, dass Vollimmunisierte sehr gut gegen die Delta-Variante geschützt seien. „Das Problem ist: Leider sind noch nicht so viele Menschen in Österreich komplett immunisiert“, so Nowotny.

Dazu sollte es mehr PCR-Tests geben, die deutlich genauer als Antigen-Tests seien. Der Virologe sprach sich zudem gegen ein Schließen von Testzentren und für ein verstärktes Monitoring von Urlaubsrückkehrern aus.

„Bauchweh“ verursachten ihm geplante Öffnungsschritte, vor allem Großevents, die wieder erlaubt werden sollen. „Es könnte sein, dass die Regierung manche Öffnungsschritte überdenken sollte“, sagte der Experte im Hinblick auf Öffnungen von Clubs.

Ein Viertel gegen Impfung

Die Bereitschaft der Österreicher, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist indes stabil bzw. leicht ansteigend, zeigt eine Umfragen-Reihe von Gallup.

Demnach waren im Juni 71 Prozent entweder bereits geimpft oder bereit dazu. Ein Viertel will sich aber eher nicht oder sicher nicht impfen lassen. Der häufigste Grund sei, dass man sich nichts vorschreiben lassen wolle.

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Immerhin vier von fünf Befragten glauben auch, dass die Impfung nicht schützt. Die Pandemie im Griff sehen derzeit 48 Prozent, 41 Prozent haben da ihre Zweifel.

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