Vlhova gewinnt auch Parallel-Rennen von Lech/Zürs

Petra Vlhova hat bei der Rückkehr des Alpinski-Weltcups nach Vorarlberg den Parallelbewerb in Lech/Zürs gewonnen. Die Slowakin setzte sich Donnerstagabend in der Zürser Flexenarena im Finale gegen die Überraschungsfahrerin Paula Moltzan aus den USA durch. Es war nach dem Slalom-Doppeltriumph von Levi der bereits dritte Weltcupsieg für Seriensiegern Vlhova innerhalb von nur sechs Tagen. Beste Österreicherin wurde Elisa Mörzinger als Achte.

Von den vier für die abendliche und im RTL erstmals als 16er-Finalformat sowie coronabedingt ohne Publikum gefahrene Entscheidung qualifizierten ÖSV-Damen schaffte es unter Flutlicht nur Mörzinger in die zweite Runde. Dort unterlag die Oberösterreicherin im Viertelfinale zunächst klar der Schweizerin Lara Gut-Behrami und belegte nach weiteren Niederlagen gegen Marta Bassino sowie Federica Brignone letztlich Rang acht. Am Freitagabend bestreiten die Herren ebenfalls einen Weltcup-Parallelbewerb in Lech/Zürs.

26 Jahre hatte Vorarlberg auf die Rückkehr des Alpinski-Weltcups gewartet und bekam dann einen spannenden Bewerb präsentiert, der den Läuferinnen aufgrund der vormittäglichen Qualifikation sowie eines stressigen Ablaufs am Abend alles abverlangte. Vlhova zeigte trotz allem eiserne Nerven und bewies mit mehreren hauchdünne Laufentscheidungen zu ihren Gunsten, dass sie derzeit die Beste ist.

Vlhova nutzte dabei ihre Körpergröße sowohl am Start als vor allem auch beim Zieleinlauf optimal, um sich trotz zum Teil bereits klarer Rückstände doch noch durchzusetzen. Gegen Adriana Jelinkova und Federica Brignone um jeweils vier sowie im Halbfinale gegen Sara Hector gar nur um eine Hundertstel schaffte die 25-jährige Riesentorlauf-Weltmeisterin den Aufstieg ins Finale, in dem Moltzan trotz des Fehlens von Mikaela Shiffrin aber fast doch noch für einen US-Sieg gesorgt hatte. Einige Tore vor dem Ziel rutschte die Sensationsdame aus Minnesota aber aus. Moltzan tröstete sich mit ihrem ersten Weltcup-Podestplatz.

„Es war ein harter Tag. Jede Runde war unglaublich eng und ich musste in jedem Lauf voll pushen und riskieren“, gestand Vlhova nach ihrem 17. Weltcup-Sieg. Die Slowakin aus Liptovsky Mikulas hält nach vier Saisonrennen bei 360 Punkten und einer klaren Gesamtführung und hat sich spätestens jetzt als Topfavoritin auf den Gewinn der großen Kristallkugel etabliert. „Es schaut aber leichter aus, als es ist“, sagte Vlhova im ORF-TV. „Ich habe dafür im Sommer hart gearbeitet und ohne mein Team würde ich nicht so fahren, wie ich es gerade tue.“

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Die ÖSV-Damen hatten beim Arlberg-Heimrennen keine Chance auf einen Podestplatz, wie ihn Mörzinger zuletzt in Sestriere mit Platz zwei geschafft hatte. Während neben Franziska Gritsch und Katharina Truppe auch Lokalmatadorin Katharina Liensberger nach verpatztem Start in der Auftaktrunde gegen Marta Bassino schon in Runde eins scheiterte, stieg Mörzinger im Duell gegen die Norwegerin Kristin Lysdahl zumindest ins Viertelfinale auf. Dort musste sich die 23-Jährige aber Lara Gut-Behrami (SUI) relativ deutlich geschlagen geben.

„Dass es nun einen Hin- und Retourlauf gibt, macht das ganze fairer, ist aber auch ganz schön stressig“, verwies auch Mörzinger auf das gedrängte Abendprogramm. „Ich bin froh, dass ich mich für den Abend qualifiziert habe und dass es zum achten Platz gereicht hat, ist schon sehr lässig“, freute sie sich darüber, zum zweiten Mal im Weltcup gepunktet zu haben.

Liensberger konnte nach zwei dritten Plätzen in Levi nicht entsprechend nachlegen. Der Fehler am Start gleich in Lauf eins machte alle Hoffnungen früh zunichte. Die Vorarlbergerin riskierte im Retourlauf gegen Bassino zu viel und fuhr an einem Tor vorbei. „Der Fehler hat mich definitiv aus dem Rhythmus gebracht“, gestand Österreichs Slalom-Ass. „Danach habe ich voll riskiert. Es war trotzdem genial, dass ich hier starten durfte und mich qualifiziert habe. Ich hoffe, es gibt bald eine Revanche.“

Neben Shiffrin nicht am Start war auch die Österreicherin Chiara Mair wegen eines angeblich positiven Corona-Tests. Während des Rennens wurde laut ORF bekannt, dass die Tirolerin doch negativ gewesen sei. „Schade für sie. Wir müssen uns aber an die Behörden halten“, konnte auch ÖSV-Damenchef Christian Mitter nicht viel zur Aufklärung des Verwirrspiels beitragen. „Meine Verantwortung ist es, ein Corona-negatives Team an den Start zu bringen.“

Zum neuerlich adaptierten Parallel-Format mit den für die Riesentorlauf-Ski doch sehr engen Radien gab es Kommentare in alle Richtungen. „Sie ändern die Regeln ständig“, kritisierte Gut-Behrami vor allem den Zeitstress. „Für die Zuschauer soll es spannend sein. Ich sehe es aber eher als Show denn als Rennen. Aber vielleicht bin ich ja altmodisch“, meinte die 29-jährige Schweizerin im ORF.

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