Levi-Double für Vlhova – Liensberger erneut Dritte

Petra Vlhova ist die Frau, die es im Slalom in diesem Winter zu schlagen gilt. Die Slowakin gewann am Sonntag auch den zweiten Weltcup-Torlauf in Levi, setzte sich dieses Mal 0,31 Sekunden vor der Schweizerin Michelle Gisin und 0,50 vor Katharina Liensberger durch. Die Vorarlbergerin wurde damit am Polarkreis zweimal Dritte. Sie führte ein starkes ÖSV-Resultat mit fünf Athletinnen in den Top 15 sowie sieben in der Wertung an. Der Tross reist nun via Zürich nach Vorarlberg.

Für Liensberger war es der fünfte Podestplatz der Karriere, der vierte im Slalom, zugleich war es auch der fünfte dritte Rang. Auf ihren Schwüngen, vor allem im Steilhang, will, die 23-Jährige aufbauen. Ein besseres Ergebnis hatte am Sonntag nur ein Quersteller im ersten Lauf verhindert. „Ich nehme ein gutes Gefühl mit, so macht es einfach viel Spaß. Die Saison mit zwei Stockerlplätzen zu beginnen, ist unglaublich“, sagte sie im ORF-TV-Interview. „Auch mannschaftlich war es ein Topergebnis, ich freue mich, dass was weitergeht.“

Hinter Wendy Holdener (SUI) und Mikaela Shiffrin (USA) gab es Rang sechs für Franziska Gritsch, sieben für Katharina Truppe, elf für Chiara Mair, 14 für Katharina Huber, 20 für Bernadette Schild und 22 für Katharina Gallhuber. Nur die jungen Bernadette Lorenz (45.) und Magdalena Egger (49.) hatten die Qualifikation für den zweiten Durchgang verpasst. Schild schaffte es in ihrem dritten Rennen nach dem Kreuzbandriss erstmals in die Punkteränge, Gritsch fuhr das beste Slalomergebnis ihrer Karriere ein.

„Ich bin irrsinnig glücklich, dass mir das heute so gelungen ist. Das ist mein erstes Top Ten im Slalom, es geht in die Richtung und da gehöre ich definitiv hin“, sagte Gritsch selbstbewusst. Sie habe den Samstag schnell abhaken können, da war sie ja bereits gut unterwegs gewesen, aber ausgeschieden. „Gestern war gestern und heute ist heute. Ich glaube, ich habe das richtig gut gemacht und bin echt froh, dass ich das runtergebracht habe.“

Truppe gelang am Wochenende „kein Lauf ganz gut“, mit zwei siebenten Rängen war sie aber für den Auftakt zufrieden. „Ich weiß, dass ich von Beginn an volle Aggressivität brauche, ich muss mich pushen, sonst geht nichts“, meinte die Kärntnerin.

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Für Vlhova war es der 16. Weltcupsieg ihrer Karriere. Die Titelverteidigern im Slalomweltcup hatte sich nach dem ersten Erfolg am Samstag selbst unter Druck gesetzt. „Es ist nicht so leicht, einen Sieg zu bestätigen. Heute lagen alle eng zusammen, da musste ich pushen. Ich verlasse Levi mit großem Selbstvertrauen. Ich fühle, dass ich heuer viel Kraft habe, aber zu gewinnen ist nie leicht.“

Shiffrin meldete sich nach 300 Tagen Pause mit einem zweiten und einem fünften Platz zurück. Für sie sei es nach dem Tod ihres Vaters und dem emotional schwierigen Jahr das Wichtigste gewesen, wieder Rennen zu fahren und zu erfahren, ob sie das noch will. „Ich habe so viel Glück gespürt beim Skifahren. Diesen zweiten Platz genieße ich mehr als je zuvor. Natürlich kann ich schneller fahren, aber ich hatte Spaß“, machte Shiffrin bereits am Samstag deutlich, dass mit ihr wieder zu rechnen sein wird. Da ihr noch Trainingstage fehlen, wird sie vermutlich das Parallelrennen in Lech/Zürs auslassen.

Gesamtweltcupführende ist nach drei Rennen Vlhova mit 260 Punkten vor Gisin (175), Shiffrin (125) und Liensberger (120). Im Slalom liegt Vlhova mit dem Punktemaximum (200) vor Shiffrin und Gisin (je 125) sowie Liensberger (120). Die Österreicherinnen übernahmen die Führung in der Mannschaftswertung mit 413 Zählern vor der Schweiz (374) und Italien (309). In der Nationenwertung ist Österreich (440) auch wegen des total verpatzten Sölden-Auftaktwochenendes für Damen und Herren Zweiter hinter der Schweiz (594). Weiter geht es am Donnerstag und Freitag mit den Parallelrennen in Lech/Zürs.

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