Vogelgrippe-Ausbruch bedroht Wildvögel auf englischen Inseln

Auch Papageientaucher bewohnen die Insel © APA/AFP/Archiv/ANDY BUCHANAN

Ein großer Vogelgrippe-Ausbruch auf den unbewohnten Farne-Inseln im Nordosten Englands hat Tausende Wildvögel das Leben gekostet und bedroht etliche weitere Tiere. In den fast 100 Jahren, in denen die Naturschutzorganisation National Trust bereits die Farne-Inseln beaufsichtige, habe es keine Situation gegeben, die so „bedrohlich für unsere ohnehin schon gefährdeten Seevögelpopulationen gewesen ist“, sagte der für die Inseln zuständige Simon Lee der Nachrichtenagentur PA.

Spezialisten haben – eingekleidet in weiße Schutzanzüge, Handschuhe und Masken – bereits mehr als 3.000 tote Vögel eingesammelt, die verbrannt werden sollen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Es wird jedoch befürchtet, dass Zehntausende Vögel der „beispiellosen Tragödie für die Tierwelt“, wie Lee den Ausbruch bezeichnete, zum Opfer fallen könnten. Viele könnten auch erkrankt und tot von den Klippen aus ins Meer gefallen sein.

Die Farne-Inseln vor der Küste der nordostenglischen Grafschaft Northumberland gelten als eines der wichtigsten Naturschutzgebiete Großbritanniens und Heimat für rund 200.000 Vögel – darunter Lummen und Papageientaucher.

Üblicherweise besuchen pro Jahr rund 45.000 Touristen die Inseln. Seit Beginn des Monats sind sie jedoch wegen der grassierenden Vogelgrippe für Besucher gesperrt. Für Menschen gilt das Risiko einer Ansteckung mit der Krankheit jedoch als gering. Der National Trust rief die britische Regierung auf, sich in die Krise einzuschalten. Es brauche eine koordinierte Überwachung und erweiterte Forschung dazu, welche Auswirkungen der Ausbruch auf die britische Tierwelt haben könne.

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