Volker Widmann: Die Molche

Es kommt nicht allzu oft vor, dass ein Autor mit fast 70 Jahren seinen Debütroman vorlegt und dass dieses Erstlingswerk dann noch dermaßen gut ist, als habe er nie etwas anderes gemacht. Genau das ist Volker Widmann gelungen.

„Die Molche“ ist ein sensibles Kindheitsporträt, eine unter die Haut gehende Geschichte über Freundschaft, Liebe, Gewalt, Trauer und Schuld inmitten der bayerischen Provinz der Nachkriegszeit.

Als Zugezogener ist der elfjährige Max in der Gemeinschaft der Dorfjungen ein Außenseiter. Er und sein jüngerer Bruder werden von den Dorfrowdys um den Anführer Tschernik regelmäßig brutal gemobbt. Zuflucht und Rückzugsort, aber vor allem Balsam für die Seele bietet die Natur, die Widmann mit geradezu mikroskopischer Genauigkeit beschreibt.

Trotz der melancholischen Seiten ist „Die Molche“ doch vor allem ein Roman über Freundschaft, denn Max bleibt nicht allein, sondern findet zwei neue Freunde, die ihn aus seiner Versponnenheit befreien.

Und der Roman ist auch eine Entdeckungsreise in eine untergegangene Welt, in der die Natur noch direkt vor der Haustür begann. Diese Welt ist mal magisch und romantisch, dann wieder erschreckend und abstoßend, vor allem aber ein großes sinnliches Erlebnis.

Volker Widmann: „Die Molche“, Dumont Verlag, 256 Seiten, 22,70 Euro

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