Volkskultur stellt sich neu auf

Neue Wege durch die Zusammenarbeit mit dem OÖ. Museumsverbund

Der designierte Geschäftsführer des OÖ. Forum Volkskultur, Klaus Landa, und Landeshauptmann Thomas Stelzer
Der designierte Geschäftsführer des OÖ. Forum Volkskultur, Klaus Landa, und Landeshauptmann Thomas Stelzer © Land OÖ/Max Mayrhofer

Einen „wichtigen Schritt für eine lebendige Volkskultur“ verkündete Landeshauptmann Thomas Stelzer am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz: Erstmals wird es eine eigenständige Geschäftsstelle für das OÖ. Forum Volkskultur geben.

Die Aufgabe des Geschäftsführers übernimmt Klaus Landa, der bereits seit zehn Jahren für den Verbund OÖ. Museen zuständig ist und dies auch weiterhin bleiben wird.

Zukunftsfitte Vereine

Die neue Struktur soll die Vereine in ihrer Arbeit unterstützen und sie zukunftsfit machen. Die Zusammenführung bedeutet ein Herauslösen des OÖ. Forums für Volkskultur aus der Abteilung Kultur des Landes. Dies gilt freilich nicht, wenn es um finanzielle Belange geht. „Das Land trägt den Aufwand und erwartet sich viel davon“, sagt Stelzer.

Die Gesamtkosten für die neue Struktur in Höhe von rund 60.000 Euro werden über Kulturfördermittel des Landes getragen. Die Agenden des Forums für Volkskultur wurden bisher federführend von Elisabeth Mayr-Kern aus der Kulturdirektion des Landes betreut, die als Generalsekretärin des Forums fungierte und der sowohl Landeshauptmann Stelzer als auch Kulturdirektorin Margot Nazzal und Herbert Scheiböck, Präsident des OÖ. Forums der Volkskultur, für ihre langjährige Tätigkeit Blumen streuten. Das OÖ. Forum Volkskultur und der Verbund OÖ. Museen bleiben als Vereine unabhängig voneinander bestehen, ihre jeweiligen Arbeits- und Aufgabenbereiche bleiben gleich. Die Zusammenarbeit wird über einen Vertrag geregelt, in dem auch die finanziellen Fragen festgeschrieben werden.

Die Volkskultur in Oberösterreich sei sehr vielfältig und breit aufgestellt, so Stelzer. In 25 Verbänden sind 3500 Vereine und 120.000 Mitglieder organisiert, das „Herausgehen aus der Pandemie“ ermögliche nun wieder ein breites Angebot: So steht die Aktionswoche zum Internationalen Museumstag in vielen Museen und Sammlungen in Oberösterreich (7. bis 15. Mai), die im Internationalen Museumstag gipfelt, ebenso an wie die Lange Nacht der Chöre am 25. Mai in Wels.

Das traditionelle Fest der Volkskultur soll heuer wieder wie gewohnt in Molln (23. bis 25. September) stattfinden. Die Amateurtheater des Landes feiern mit „Theaterkirtagen“ ihr 70-jähriges Bestehen, die Bezirksmusikfeste bringen das Land wieder zum Klingen — um nur einige Programmpunkte von unzähligen zu nennen.

Stärkung des Ehrenamtes

Die schwierige Situation in Corona-Zeiten habe diese Veränderung, mit der es vor allem auch um eine Stärkung des Ehrenamtes gehe, beschleunigt, so Kulturdirektorin Margot Nazzal.

Das 2020 beschlossene Kulturleitbild gebe die Neuordnung vor, es forciere die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Verbänden, was neue Wege ermögliche. Dafür wolle man im konkreten Fall die Kompetenzen des OÖ. Museumsverbundes nutzen. „Auch im Museumsverbund spielt das Ehrenamt eine große Rolle“, ergänzt Klaus Landa.

Es gäbe viele Tätigkeitsbereiche für Ehrenamtliche, aus denen er Vermittlungs- und Öffentlichkeitsarbeit hervorhebt: „Wie können wir Menschen für Themen begeistern und dazu motivieren, am Ehrenamt mitzuarbeiten?“ Die Erfahrungen des Museumsverbundes sollen auf kollegiale Art und Weise ins Forum Volkskultur eingebracht werden, Vereinen beratend und begleitend zur Seite gestanden werden.

„Die Volkskultur lebt einerseits von der Öffentlichkeit, davon, ins Volk zu kommen, gleichzeitig wird viel hinter den Kulissen gearbeitet und auch das soll in der Öffentlichkeit wirksam werden“, betont Univ. Prof. Roman Sandgruber, Präsident des Verbundes OÖ. Museen, den Nutzen, den auch er sich von einer solchen Neuorganisation erwartet.

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