Volles Verständnis und großer Ärger

Reaktionen auf Abbruch im Fußball-Unterhaus fielen unterschiedlich aus

Die oö. Amateurvereine dürfen erst in der neuen Saison wieder um Punkte spielen.
Die oö. Amateurvereine dürfen erst in der neuen Saison wieder um Punkte spielen. © Hoermandinger

Was das VOLKSBLATT vorletzte Woche angekündigt hatte, ist nun offiziell: Die Saison im oö. Fußball-Unterhaus (Liga + Landescup) wird erneut abgebrochen.

Damit gibt es zum zweiten Mal in Folge keine Auf- und Absteiger (ausgenommen St. Florian Juniors, Treffling und Damen-Team von St. Stefan, weil die Hinrunden abgeschlossen wurden). „Wir müssen leider zur Kenntnis nehmen, dass die behördlichen Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine Fortsetzung verhindern“, erklärte der oö. Verbandspräsident Gerhard Götschhofer.

„Sportlich gesehen ist das der falsche Weg. Damit wurde kein Wettkampfgedanke gezeigt“, ärgerte sich Andreas Jobst, Sportlicher Leiter von Bad Leonfelden. Wie im Vorjahr führten die Mühlviertler die Landesliga Ost an.

Genau gleich erging es dem SV Waldzell in der 2. Klasse West. „Es kann absolut nicht sein, dass wieder jene Vereine, die gut gearbeitet haben, bestraft werden“, hieß es in einem Schreiben an den Verband von letzter Woche.

Vorbereitungszeit für Verband zu kurz

Der OÖFV hatte in einem Beschluss festgelegt, dass ab 3. Mai Trainingsbetrieb mit Abstand, ab 17. Mai normales Training erlaubt sein muss, um die Nachtragsspiele bis 4. Juli noch durchzubringen. Auch, damit eine sechswöchige Vorbereitungsphase (vier Wochen mit Körperkontakt) gewährleistet ist.

„In anderen Bundesländern sind die Spieler offenbar körperlich besser beieinander“, verwies Jobst auf die vorgeschriebene Mindest-Vorbereitungszeit, die in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt wurde.

Ganz anders freilich die Stimmung bei den Teams im Tabellenkeller, die mit dem Abbruch den Klassenerhalt fix haben. „Wenn ich jetzt sage, dass wir über die Entscheidung froh sind, wissen alle, warum“, sagte Robert Steiner, Sportchef des OÖ-Liga-Vorletzten Grieskirchen.

„Aus meiner Sicht hätte es aber auch keine andere Lösung gegeben. Denn es hätte jetzt bei keinem einzigen Verein einen Corona-Fall geben dürfen, sonst hätte der Abbruch im Nachhinein erfolgen müssen.“ Für Mondsee-Sportchef Johann Loibichler war der Entschluss „unumgänglich“. Sein Team ist als Sechster weder im Auf- noch im Abstiegskampf vertreten. „Es gibt Gewinner und Verlierer. Die, die vorne waren, tun mir natürlich leid.“

Von Christoph Gaigg

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