Volvo V60: Ausgesteckt und losgefahren

Die schwedische Autoschmiede Volvo hat die Plug-in-Hybride für sich entdeckt und zeigt mit dem stattlichen V60 T6 Twin Engine, wie ein 253 PS starker Reihen-Vierzylinder wunderbar mit einem Elektro-Aggregat auf der Straße harmoniert.

Daheim bleiben und dennoch (wenn notwendig) mobil sein und Natur genießen hieß es noch bis vor Kurzem.

In dem Fall ging es mit dem zwölfjährigen Sohnemann zur Tante ins Burgenland zum Radfahren – und retour dann mit der achtjährigen Tochter, die davor ein paar Tage im östlichsten Bundesland verbracht hat.

Typenschein

Volvo V60 T6 Twin Engine Inscription

Preis: ab € 59.280,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 74.280,- unter anderem inklusive IntelliSafe-Pro Paket € 1800,-, Laderaum-Pro Paket € 840,-, Licht-Paket € 960,-, Park-Assistent Paket € 1296,-, Sitzkomfort-Paket € 2640,-, Winter-Paket € 384,-, Winter-Paket Pro € 480,-, Xenium-Pro Paket € 2700,- und Multifunktions-Sportlederlenkrad € 120,-; einen Volvo V60 (D3) gibt es ab € 39.850,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 1131,84 jährlich
Garantie: 2 Jahre ohne Kilometerbegrenzung, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder jährlich

Technische Daten:
Benzinmotor: R4, 16V, Turbolader, 1969 cm³, 186 kW/253 PS bei 5500 U/min, max. Drehmoment 350 Nm bei 1700-5400 U/min
Elektromotor: 64 kW/87 PS bei 6000 U/min, max. Drehmoment 240 Nm bei 1700-5400 U/min
Systemleistung: 250 kW/340 PS
Getriebe: Achtgangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,8 s
Leistungsgewicht: 5,9 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 1,8 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 7,3 Liter
CO2-Ausstoß: 0 g/km
NOx: 0,0082 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4761/1850/1432 mm
Radstand: 2872 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2069/2550 kg
Kofferraum: 529-1364 Liter
Tank: 60 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 235/40 R19 96W auf 19“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/RTCA
Airbags: 8

Also: Ladekabel abstecken, im Kofferraum verstauen und gleich das andere Klimbim dazu ins Gepäckabteil hineinstellen.

Geht sich alles wunderbar aus – schließlich fasst der Volvo V60 529 Liter im Gepäckabteil und das mit der via Fußkick öffnenden elektrischen Heckklappe funktioniert auch tadellos. Nun den Motor starten – und vergebens auf das Motorgeräusch warten. „Läuft der schon“, fragt Nathan. „Ja, das ist ein Hybrid und jetzt läuft nur der 87 PS starke E-Motor“, entgegne ich. Nun gut, Retourgang eingelegt, Massagefunktion, Sitzheizung und Lenkradheizung an, die Umgebung auf der Rückfahrkamera kontrolliert und los geht’s.

Der V60 rollt lautlos dahin, laut Anzeige schafft der Kombi rein elektrisch 40 Kilometer, gut 700 Kilometer Reichweite kommen noch mit dem 253 PS starken Benzinmotor dazu. Tanken müssen wir wohl nicht, so weit ist die Strecke dann doch nicht. Der mittig platzierte hochkant stehende, scharfe Touchscreen weist nach den ersten hundert Kilometern gut drei Liter aus, schließlich waren wir größtenteils rein elektrisch unterwegs.

Der Pilot Assist übernimmt nahezu alle Fahrfunktionen, also geht es fast wie mit einem Autopiloten mit Tempo 130 bequem ostwärts. Der Schwede hält dabei souverän die Spur und Abstand zum Vordermann während der Toter-Winkel-Warner anzeigt, wenn ein anderes Fahrzeug überholt. Der Volvo liegt darüber hinaus satt auf der Straße, federt Unebenheiten fein ab und erfreut mit seiner direkten und präzisen Lenkung.

Auf der Bundesstraße spielt der Wagen dann seine gelungene Kombi aus Benzin- und Elektromotor aus. Beim Überholen schöpft der V60 trotz zwei Tonnen Leergewicht nahezu ansatzlos seine 340 PS Systemleistung aus, zieht brachial – und lautstark – an den anderen Autos vorbei und ehe man es sich versieht, ist der digitale Tacho im Head-up-Display schon im dreistelligen Bereich. Nathan ist begeistert, bewundert aber auch das noble und bestens verarbeitet Interieur des Fünfsitzers. Platz haben wir vorne ohne Ende, doch auch die Sitzprobe im Fond fällt äußerst zufriedenstellend aus.

Pfeilschnell sind wir schlussendlich im Burgenland angelangt – dank Allrad müht sich der Volvo auch auf matschigem Untergrund kaum, wobei Schnee auch im Burgenland mit seinem pannonischen Klima eher Mangelware ist.

Der Verbrauch von 7,8 Litern liegt natürlich deutlich über den 1,8 Litern laut Werk. In der Stadt ergibt so ein Plug-in natürlich mehr Sinn, wenn er binnen weniger Stunden an der Starkstromsteckdose voll aufgeladen werden kann. Jetzt folgt also der Kindertausch: Nathan bleibt im Burgenland, Sara darf mit Papa wieder retour nach Oberösterreich. „So ein schönes Auto“, zeigt sie sich gleich zu Beginn begeistert.

Ich zeige ihr ein paar Features des 74.000 Euro teuren Wagens, wie beispielsweise die Sitzkühlung, das riesige Handschuhfach, das Sportlederlenkrad mit seinen zahlreichen Tasten sowie die Sitzheizung für die Rückbank. Dann geht es wieder Richtung Westen. Der Wagen pflügt sicher und leise dahin. Da es schon dunkel ist, habe ich den Fernlichtassistenten aktiviert – der Volvo leuchtet bedarfsgerecht herrlich die Straßen aus, blendet zielsicher bei Gegenverkehr ab und steuert teilautonom Richtung Oberösterreich. Sara bekommt von der Fahrt kaum etwas mit – sie schläft. Daheim sagt sie dann: „Ich habe super geschlafen. Papa, wir müssen unbedingt auch einmal in einem Auto übernachten, das ist wirklich sehr bequem!“

Fazit: Ein angenehmes, hochwertiges, voluminöses, vernetztes, assistenztechnisch und auch sonst üppig ausgestattetes Reisemobil mit hervorragenden Fahreigenschaften.

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